The summer school Alternative Economic and Monetary Systems (AEMS; 5 ECTS, completely in English) addresses the problems of the current economic and financial systems from a holistic perspective and offers an overview of innovative reform proposals. The interdisciplinary program is open to students and professionals of all fields, who learn about why a drastic systemic change is needed in order to reach the climate target of 1.5°C. The orientation towards illusory limitless growth will be critically questioned and discussed in lectures, workshops and (panel) discussions with experts from different fields, as well as a final project work.

More information on the program and application process can be found here.

The report from 2019 with 51 participants from 23 nations can be found here. There is also an Image-Video available.

Seit mehr als fünf Jahren halten die Zentralbanken Japans, Skandinaviens, der Schweiz und der Eurozone ihre Leitzinsen nahe bei null oder sogar unterhalb von null. Das galt als völlig undenkbar, bis der US-amerikanische Ökonom Prof. Gregory Mankiw bald nach dem Beginn der großen Weltfinanzkrise im Herbst 2008 in einer Kolumne in der „New York Times“ schrieb, dass die Ökonomen und die Allgemeinheit sich in Zukunft genauso an negative Zinsen gewöhnen müssten, wie sich Mathematiker einstmals an negative Zahlen gewöhnt hätten. Mankiw erinnerte damals sogar an den Sozialreformer Silvio Gesell, der schon vor mehr als 100 Jahren die Idee nega-tiver Renditen gehabt hätte. Der weltberühmte Ökonom John Maynard Keynes habe diese Idee für gut befunden. Und „in der Situation von Banken, die übergroße Reserven halten, erscheint Gesells Sorge über die Haltung von Geld ganz plötzlich sehr modern.“

Mehr Informationen zum Themen, Programm und Anmeldung finden sich unter:

https://www.sozialwissenschaftliche-gesellschaft.de/de/muendener-gespraeche.html

Technikaffine Länder wie Schweden scheinen Vorreiter einer bargeldlosen Gesellschaft, in der zukünftig womöglich virtuelle Währungen wie Bitcoins, Facebooks zwar zurückgezogene, aber sicherlich nicht aufgegebene Kryptowährung „Libra“ oder aber Plattform-Likes den Zahlungsverkehr bestimmen könnten. Was aber sind die Konsequenzen einer fortgeschrittenen Symbiose von Währung und Digitalisierung für unser globalisiertes Wirtschaftsgefüge und für das internationale Zahlungssystem? Die dritte Nachtschicht widmet sich parallel zum 50. Weltwirtschaftsforum in Davos dem Schwerpunkt Geld und stellt Fragen von Sicherheit, Transparenz und der Verschiebung von Machtgefügen zur Debatte.

Mehr Informationen und Anmeldung unter
https://www.denkfabrik-bmas.de/veranstaltungen/nachtschicht/diskussion-zum-schwerpunkt-geld

For more than two decades now, various forms of complementary currencies emerged all over the world, aiming at “taking back local economies” (North 2014). CCs are commonly understood as media of exchange (Hallsmith/Lietaer 2011) or accounting systems (Fare/Ould- Ahmed 2017) that are used within a particular group of users. Responding to broader debates on our current monetary system, they exemplify how civil society actors offer various attempts from the local to the global level to reconstruct money in order to make it a tool for economic, social, political and/or ecological purposes. In most cases, they tend to be, however, rather small and short-termed.

This panel addresses complementary currency schemes as actors of economic and social change. It particularly aims to identify factors that influence the success and longevity of such schemes. A comparative discussion of different forms and types shall help to explore what internal and external conditions seem to facilitate or hamper success. Related issues might also be discussed, such as the underlying ethics, the modes of economic exchange within the circuits, their contribution to sustainable development and/or resilience.

More information and contact on the organiser website: www.ramics.org

With the involvement of esteemed economists, the conference intends to cast light on the inherent shortcomings of the current monetary system and examine how monetary reforms and new forms of money can support a more stable and just economy. Pros and cons of sovereign and private currencies will be presented and it willbe discussed whether the right to create money should be restricted to a public institution or whether money creation should be privatized. In this context, the conference will further assess the potential of new emerging digital money, namely Central Bank Digital Currencies (CBDC) and cryptocurrencies.

A preliminary flyer of the conference can be downloaded here.

More information about the organiser Positiva Pengar and the registration page for the conference (when ready) can be found on their website.

Ein neues Buch von Bernard Lietaer zeigt den Weg zu einer zukunftsfähigen Welt und fordert konkrete Handlungen.

Lietaer fordert neue Sichtweise und drei überlebenswichtige Paradigmenwechsel. Mit untauglichen Mitteln versuchen wir halbherzig das komplizierte Uhrwerk unserer Welt zu reparieren. So wird das nichts. Das bringt uns aus der Krise nicht heraus. Die Zeit ist gekommen, eine völlig andere Sichtweise zu wählen und uns selbst und unsere Welt durch „drei Paradigmenwechsel“zu führen. Dies fordert Bernard Lietaer in diesem Buch, das er auf seinem Sterbebett diktierte.

Erstens: Das Gesetz der Zukunftsfähigkeit einsehen und einhalten.
Lietaer zeigt, dass wir es in unserer Welt mit vielfältig verknüpften „lebenden Systemen“ zu tun haben. Mit Wäldern, unserem Geld, unserer Gesellschaft, und .. und .. und. Von der Zukunfts-fähigkeit dieser Systeme ist unser Wohlergehen abhängig. Das von Lietaer mit anderen Experten erforschte „Gesetz der Zukunftsfähigkeit lebender Systeme“ erläutert und präzisiert den Begriff der Zukunftsfähigkeit. Es besagt, dass lebende Systeme jeder Art nur dann zukunftsfähig sind, wenn sie ein Gleichgewicht von Produktivität und Elastizität erreichen. Gleichgewicht also zwischen kurzfristigem Nutzen langfristigem Bestehen. So, wie jenes von Yin und Yang – nicht ein „entweder -oder“. Dieses Gesetz verletzen wir sträflich. Die meisten lebenden Systeme haben wir aus dem Gleichgewicht gebracht. Monokulturen jeder Art zum Beispiel betonen den kurzfristigen Nutzen und sind ohne massive Zusatzkosten nicht einmal kurzfristig überlebensfähig, wie Lietaer am Beispiel von Wäldern und dem heutigen Geldsystem zeigt. Lietaer fordert die Leser auf dafür zu sorgen, dass dieses Gesetz eingesehen und eingehalten wird. Sowohl als Einzelpersonen als auch als Führungsverantwortliche in Unternehmen und Politik sind die Leser aufgefordert, die kurzsichtige Überbewertung des schnellen Erfolgs ins Gleichgewicht mit der Erhaltung der Elastizität zu bringen.

Zweitens: Matrifokale und patrifokale Werte ins Gleichgewicht bringen.
Um unsere Gesellschaft im Rahmen des Gesetzes der Zukunftsfähigkeit zu darzustellen, benutzt Bernard Lietaer die Begriffe „matrifocal“ („geben und pflegen“) und „patrifocal“ („nehmen und haben“). Sowohl Männer als auch Frauen verfolgen dieses Wertepaar, jede Person nach ihrer persönlichen Ausrichtung.
In dieser Betrachtungsweise wird klar, dass wir auch hier das Gesetz der Zukunftsfähigkeit sträflich verletzen. Auf der ganzen Welt leben wir vor allem patrifokale(„haben“)Werte und vernachlässigen die matrifokale („geben“) Seite des Gleichgewichts, wie sich in unserem Umgang mit Bildung, alten und pflegebedürftigen Menschen und auch miteinander zeigt.Auch wenn Lietaer Anzeichen für Verbesserungen sieht fordert erauch auf diesem Gebiet nicht nur grundsätzliche Wandlung unserer Werte.Er fordert er seineLeser auf, sich dieser Wertein ihnen selbst bewusst zu werden und in ihnen ihr persönliches Gleichgewicht zu erreichen. Führungspersonen müssen darüber hinausin ihren Verantwortlichkeitsbereichen das matrifokale/patrifokale Gleichgewicht herstellen und einhalten.

Drittens: Persönliche Informationen wieder persönlich machen.
Ein extrem wichtiges System für die Zukunftsfähigkeit der Menschheit ist der Fluss menschlicher Information. Mit seiner Hilfe geschieht lernen und gemeinsam Probleme lösen.Deshalb erklärt auch die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ ungehinderten Fluss von Informationen zum grundsätzlichen Menschenrecht.Dieses überlebenswichtige System ist ganz aus dem Gleichgewicht geraten, zeigt Bernard Lietaer. Unternehmen haben den Informationsfluss zentralisiert und beuten ihn zu ihrem Vorteil aus. Damit sind wir Individuen unserer Information enteignet worden und unter dem Gesichtspunkt des Gesetzes der Zukunftsfähigkeit ist das Informationssystem weitgehend in die „Produktivitätsecke“ abgeglitten.Die Antwort, sagt Bernard Lietaer, ist die persönliche Eigentümerschaft an unseren Informationen wieder herzustellen. Diese müssen sowohl Informatikunternehmen als auch Regierungen gemeinsam bewirken.Eine überzeugende Botschaft. Das Buch schafft trotz des auf den ersten Blick komplexen Sachverhalts eine überzeugende Botschaft – in einfachen und klaren Beschreibungen, Beispielen und Bildern.

Das Buch ist ab Dezember 2019 hier erhältlich. Eine deutschsprachige Ausgabe ist für 2020 vorgesehen.

Weitere Informationen auf www.sustainable-world.ch

 

RAMICS, die Forschungsgesellschaft für Komplementärwährungen und monetäre Innovationen, wurde vor vier Jahren während einer wissenschaftlichen Konferenz in Brasilien gegründet (wir berichteten). Seither haben die Mitglieder des Direktoriums abwechselnd jeweils eine der folgenden internationalen Konferenzen, die 2011 in Lyon begann, ausgerichtet. Mit dem Kongress in Takayama, Japan, der vom 11. bis zum 15. September diesen Jahres stattfand, kam die internationale Gemeinschaft derjenigen, die an Komplementärwährungen (KW) forschen zum nunmehr fünften Mal im Zweijahres-Rhythmus zusammen.

Wie auch schon zuvor in Frankreich, Holland, Brasilien und Spanien, zeichnet sich diese akademische Konferenz dadurch aus, dass explizit auch Komplementärwährungs-Initiativen und “Praktizierende” eingeladen werden, um den engeren Austausch zwischen Theorie und Praxis zu fördern.

In Takayama war dies vom ersten Moment an zu spüren, da jeder Teilnehmer gleich zwei lokale Währungen überreicht bekam, mit denen an hunderten Stellen in der Stadt eingekauft werden konnte. Die zwei Währungen in Takayama sind der “Enepo” und die “Sarubobo Coin”, und in ihrer Unterschiedlichkeit repräsentieren sie die heutigen Trends in der Vielfalt komplementärer Währungen in Japan. Der Enepo kursiert ausschließlich als Billette, die aus lokalem Zedernholz geschnitten sind, jeder im Gegenwert von rund 5 Euro. Die Sarubobo Coin hingegen kann nur in elektronischer Form von Smartphone zu Smartphone genutzt werden. Dabei ist beiden gemeinsam, dass sie mit nationaler Währung hinterlegt sind und Geschäfte, welche die Währungen akzeptieren, sie auch wieder gegen Yen eintauschen können.

Auch wenn das rasante Wachstum verschiedener KW-Systeme in Japan in den 1980er und 90er Jahren1 sich ab der Jahrtausendwende nicht fortsetzte2, so ist doch immerhin ein Fünftel der in den vergangen 20 Jahren gegründeten Währungen noch im Umlauf.3 Heute gibt es in Japan neben einigen hundert Tauschkreisen (Fureai Kippu)4 ca 200 lokale Währungen, vor allem mit sozialen und umweltbezogenen Motivationen und solche, die neue elektronische Transaktionsmedien nutzen.5 Diese zwei Merkmale spiegeln sich auch im Enepo und der Sarubobo Coin wieder:

 

Der Enepo wird von einer lokalen Forst-Initiative herausgegeben, die sich darum bemüht, den lokalen Wald zu erhalten. Die Forst-Initiative ist Teil einer Freiwilligenorganisation, die Rentner*innen motiviert, sich in die Gemeinwesenarbeit einzubringen. Im Waldprojekt treffen sich die Freiwilligen zweimal pro Woche, um aufzuforsten, zu dichten Wald auszudünnen und Überschüsse zu vermarkten.6 Für eine Arbeitseinheit von etwa 5 Stunden werden 500 Enepo vergütet. Die Scheine können in regionalen Geschäften ausgegeben werden. Die Geschäfte können Enepo bei der Hida-Kreditgenossenschaft einzahlen und erhalten Yen rückvergütet. Das 2019 gestartete System kommt auch bei anderen Gemeinwesenarbeiten zum Einsatz (Kinderbetreuung, Säuberungsaktionen). Ähnliche Währungen, die im Rahmen der Konferenz präsentiert wurden, gibt es in Tokio (Bunshi) oder in Kawasaki (Tama).

 

Sehr viel größer als die “Bargeld-Variante” ist der Sarubobo Coin, der von der Hida-Kreditgenossenschaft emittiert wird. Es handelt sich um digitales Regionalgeld, das zentral auf Konten gebucht wird. Ausgelöst werden die Transaktionen durch Smartphones. Die über 1.500 Akzeptanzstellen benötigen lediglich ein Konto bei der Kreditgenossenschaft und ein Akzeptanzschild mit einem individuellen QR-Code. Die Käufer*innen geben den Zahlbetrag in die App ein und zeigen der Akzeptanzstelle auf dem Handy den erfolgreich gebuchten Betrag. Die Gutschrift erfolgt auf dem Sarubobo Coin – Konto der Akzeptanzstelle. Seit Dezember 2017 haben sich über 8.000 Bürger*innen aus der Region beteiligt. Mehr als 80 Mio. Yen werden jeden Monat getauscht. Damit ist der Sarubobo Coin aktuell die größte Regionalwährung in Japan und kann sich neben den vielen neuen kommerziellen Zahlungsoption, die neben Cash und Karte an fast jeder Kasse angeboten werden, behaupten.

 

Auch im Vergleich zu anderen Regiogeld-Initiativen ist die Größe und Professionalität beachtlich. Es werden sogar Geldautomaten eingesetzt, mit denen die Guthaben in Sarubobo Coins mit Bargeld aufgeladen werden können. Verbesserungsbedarf sehen die Initiatoren bei den regionalen Wirtschaftskreisläufen, da noch viele Unternehmen die Regionalwährung relativ schnell wieder in Yen zurücktauschen. Beim Design einer Regionalwährung in Japan vergehen oft Jahre bis zur Erstemission. Andere Initiativen wie zum Beispiel das Chiemgauer Regionalgeld wurden intensiv studiert, bevor die eigenen Währungsdesigns auf den Weg gebracht wurden. Dieses wechselseitige globale Lernen im fernen Japan live zu erleben, gehört zu den eindrücklichsten Erlebnissen der Japan-Reise. Sehr beeindruckend ist auch die wissenschaftliche Begleitung der Währungsinitiativen. Zu den führenden Akademikern gehört Prof. Nishibe der an seiner Universität ein “Good Money Lab” eingerichtet hat und nicht nur Komplementärwährungen in Japan untersucht, sondern auch aktiv neue nach Best-Practice-Ansätzen entwickelt. Prof. Nishibe war auch der “Spiritus Rector” dieser fünften Ramics-Konferenz.

 

Wie schon bei der Konferenz in Brasilien vor 4 Jahren, waren wegen den erheblichen Reisekosten auch dieses Mal weniger (europäische) Wissenschaftler anwesend als zu den Konferenzen in Europa. Trotzdem waren wieder 26 verschiedene Länder repräsentiert. Bemerkenswert war dieses Jahr, wie mehr und mehr konventionelle, auch quantitative Methoden aus den Wirtschaftswissenschaften auf die Praxis der Komplementärwährungen angewendet wurden. Damit scheint der interdisziplinäre Mix, der die wissenschaftlichen Arbeiten in diesem Bereich von jeher ausgezeichnete, auch wieder Anschluss an die Fakultäten zu gewinnen, von denen man sich intuitiv mehr Forschung zu Geldsystemen wünschen würde. Dieser Eindruck wurde zum einen dadurch auch untermauert, dass parallel zur RAMICS Konferenz auch die Jahreskonferenz der Japanischen Gesellschaft für Institutionelle Ökonomie abgehalten wurde (leider nur in japanisch). Zum anderen war diese Entwicklung aber auch dem Umstand zurückzuführen, dass wieder mehr und mehr Aufmerksamkeit solchen Währungen zukommt, die dezidiert wirtschaftliche Notstände und freie Potentiale ansprechen. Neben vielen Arbeiten zu den mittlerweile schon als “traditionell” geltenden Regiogeldern in Frankreich (Eusko, SoNantes) oder Deutschland (Chiemgauer), waren es somit vor allem die Währungen von Grassroot Economics (gegründet von Will Ruddick) in Kenya, zu denen besonders viele wissenschaftliche Arbeiten vorgestellt wurden. Dies liegt auch daran, dass die dort generierten Daten aufgrund der offen gelegten Blockchain sehr viele Auswertungsmöglichkeiten für Forscher*innen bieten.

Schließlich fand sich dies, und der Titel der Konferenz “Going Digital? New Possibilities of Digital-Community Currency Systems” auch in der Wahl des besten wissenschaftlichen Beitrages wieder (Best Paper Award), dem die Jury an Dr. Fabienne Pinos aus Frankreich für ihre Studie mit dem Titel “How could blockchain be a key resource in the value creation process of a local currency? A case study centered on Eusko.” verlieh. Generell waren die Stimmen jedoch sowohl in den Vorträgen, als auch in den Pausen, dieses Jahr viel verhaltener, wenn es um die Erwartungen an Bitcoin, Blockchain, Libra und Co. ging. Eine weitere Sache, in der die meisten Beiträge leider auch immer noch viel zu verhalten waren, betrifft ein zentrales Anliegen von MONNETA: eine angemessene Terminologie, klare Begriffe und Wortwahl zu finden, die Aufklärung und Weiterentwicklung in Geld- und Währungsfragen befördert. Dabei muss es gerade für einen kritischen Beobachter bemerkenswert sein festzustellen, dass selbst Wissenschaftler die Begriffe Geld und Währung noch immer fast synonym gebrauchen – und damit in der Differenzierung und Beschreibung ihres Forschungsgebietes vage bleiben müssen. Aus dem MONNETA Netzwerk sind dazu sowohl auf der Konferenz, als auch an anderer Stelle, kohärente Vorschläge gemacht worden.

Ähnlich wie in der Vergangenheit war der zweite Teil der Konferenz, der vor allem den Währungsgruppen und Praktizierenden gewidmet war, gut besucht. Die internationalen und japanischen Vorträge und Workshops, sowie ein kleine Messe auf der sowohl lokale Gruppen als auch ambitionierte Technologie-Anbieter ausstellten, boten attraktive Anziehungspunkte für Experten und Besucher. Ein weiteres Highlight war das Programm für die internationalen Besucher mit einem vielfältigen kulturellen Angebot und einem wunderschönen natürlichen Umland am Fuße der japanischen Alpen. Auf einer Abendveranstaltung für die Konferenzteilnehmer wurde die Gastfreundlichkeit und künstlerische Vielfalt mit sich wechselseitig überbietenden Darbietungen präsentiert. Die gesamte lokale Prominenz an Unternehmern, Kommunalpolitikern schien versammelt und die beiden Bürgermeister der Städte Takayama und Hida verkündeten ihre verstärkte Unterstützung für die Währungsinitiativen, weil sie erkannt haben, dass in der regionalen Vermarktung und auch im Tourismus noch viel Potenzial für die Region steckt. Die Reden machten deutlich, dass die Einbettung der lokalen Währungen in den kollektiven Gesamtzusammenhang sehr viel tiefer ist als in den meisten anderen Regionen. Der Zusammenklang von regionalen Institutionen wie den Städten und Umlandgemeinden, der regionalen Kreditgenossenschaft, von Kindergärten, Schulen und sozialen Einrichtungen, den Einzelhandelsverbänden und von bedeutenden regionalen Unternehmen wie zum Beispiel einer mittelständischen Möbelfabrik, die heimisches Holz zu hochwertigen Designer-Möbeln verarbeitet, zeigt, wie in einem harten Globalisierungswettbewerb der soziale Zusammenhalt in einer Region funktionieren kann. Komplementäre Währungen wirken dabei zunehmend als selbstverständlicher Baustein der regionalen Entwicklung und der Partizipation begriffen.

Bei jeder wenigen Gelegenheiten des Shoppens und Essengehens fielen einem an allen Ecken der Stadt die Plakate zur Konferenz auf. Meterhohe Fahnen am Bahnhof und tausende Plakate an den Geschäften bekräftigen den Willen der regionalen Gemeinschaft, die Gäste nicht nur willkommen zu heißen, sondern auch an der eigenen Region im Verbund mit Wirtschaft, Politik und Wissenschaft aktiv mitzuwirken. Im Hinblick auf eine “transdisziplinäre Wissenschaft” gibt der Einblick in das kunterbunte Währungslabor in Japan viele Impulse für die weitere wissenschaftliche und praktische Arbeit in Europa.

Es bleibt zu hoffen, dass bei der nächsten Konferenz, die 2021 in Sofia (Bulgarien) stattfinden wird, ebenso viel Unterstützung und gegenseitige Inspiration zwischen Wissenschaft, Praxis und dem weiteren Umfeld erlebbar sein wird.

 

Neue Währungen als Schlüssel zu nachhaltiger Entwicklung und Klimaschutz –

Wo steckt der Wurm drin bei nachhaltiger Entwicklung und Klimaschutz?

Seit Jahrzehnten arbeiten Umwelt- und Entwicklungsorganisationen daran, ökologischen, sozialen und nachhaltigen Prozessen und Strukturen auf dieser Welt zum Durchbruch zu verhelfen, doch laufend treten neue Probleme auf. Vieles wurde schon versucht, um die überbordende Wirtschaft einzudämmen, doch nichts hat dauerhaft geholfen. Nur ein Bereich wurde bisher noch nicht angegangen: Das Geldsystem! Könnte es sein, dass es grundlegende strukturelle Fehler im derzeitigen Währungs- und Finanzsystem gibt, die alle aktuellen Probleme massiv verstärken und laufend neue Krisen befeuern, so dass konventionelle Lösungsversuche dadurch chancenlos bleiben?

Wie kann das matchentscheidende Thema Geldsystem in die Arbeit für die Verwirklichung der Nachhaltigkeitsziele und des Klimaschutzes integriert werden?

Gemeinsam mit namhaften Experten erweitern wir unseren Blickwinkel, unter anderen mit:

Stefan Brunnhuber, Professor für Psychologie und Nachhaltigkeit, Sprecher Initative «Financing the Future – The Future of Finance», World Academy of Science and Arts

Christian Gelleri, Gründer Chiemgauer Regionalwährung

Will Ruddick, Gründer von erfolgreichen Regionalwährungen in Afrika

Die Fachtagung präsentiert Möglichkeiten für erfolgreiche Massnahmen und Lösungen. In kleinen Gruppen wird eine intensive Diskussion mit den anwesenden Experten möglich sein. Sie richtet sich an Fachleute aus Entwicklungs- und Umweltorganisationen, an Verantwortliche bei Gemeinden, Kantonen und Bund, sowie an interessierte Einzelpersonen. Es ist die erste Fachtagung zu diesem Thema in der deutschen Schweiz und vereint namhafte internationale Experten auf diesem Gebiet.

Für Einzelheiten und das Programm hier als PDF herunterladen.

Begrenzte Plätze: Anmeldung mit Stichwort Fachtagung an:  mail@flexibles.ch

 

Zusätzlich am 31.10.2019 Publikumsveranstaltung um 18.30 im Kulturpark
«Nachhaltiges Geld für eine nachhaltige Zukunft» mit Prof. Dr. Stefan Brunnhuber, Claudio Gisler (WIR-Bank) und Domagoj Arapovic (Raiffeisen Schweiz). https://www.kulturpark.ch/veranstaltungen?course=19-10-31

 

Die Fachtagung ist Teil der Veranstaltungsreihe neue Wirtschaftsmodelle im Kulturpark Zürich.

Mit einem Dokumentarfilm von MONNETA, der den Chiemgau als eine Region im Widerstand gegen die Alleinherrschaft von Euro und Dollar zeigt, wird die Regionalwährung „Der Chiemgauer“ im Tagungshaus Wörgl vorgestellt. Anschließend  folgt eine Diskussion mit Stefan Schütz, 1.Vorstands-Vorsitzender des Chiemgauer e.V.

Der Chiemgauer gilt als eine der erfolgreichsten Regionalwährungen im deutschsprachigen Raum. Derzeit sind über
700.000 Chiemgauer in Umlauf. Die Euro-gedeckte Regionalwährung wird von über 3.800 KonsumentInnen genützt,
in über 500 Unternehmen als Zahlungsmittel akzeptiert und brachte bisher über 670.000 Chiemgauer Spendengeld
für gemeinnützige Vereine und Projekte.

Kooperieren statt konkurrieren – und Gemeinsames für die Region bewirken, wie das seit Gründung der Chiemgauer
Regionalwährung 2003 geht, zeigt ein Dokumentarfilm von Kathrin Latsch (Regie) und Oliver Sachs (Kamera). Das
Chiemgauer Regiogeld zirkuliert als Gutscheinsystem und in bargeldloser Form und stärkt regionale
Wirtschaftskreisläufe. Im Rahmen der Euregio Inntal startet nun ein grenzüberschreitendes, EU-gefördertes Projekt
zur Stärkung nachhaltiger Regionalentwicklung und zur Bildungsarbeit im Themenfeld Gestaltung von Geld,
Gesellschaft und Wirtschaft.

Unterguggenberger Institut und Tagungshaus Wörgl laden herzlich ein, der Eintritt ist frei dank Kooperation. Diese
Veranstaltung wird vom EU-Programm Interreg Österreich-Bayern im Rahmen des Projekts „5G – Gemeinsam Grenzüberschreitend Geld und Gesellschaft gestalten“ gefördert.

Eine Einladung zu der Veranstaltung in PDF Format kann hier heruntergeladen werden.

In the wake of the 2008 crisis, governments worldwide have rescued the financial system at a high societal cost, yet without a systemic reform to correct its weaknesses. Today a broad reflection is emerging on how to create a more stable financial system at the service of people and planet. Many actors inside and outside of the financial sector are pushing past current practices and mind-sets with a view to making our money more sustainable.
A shift in the financial system seems well underway. Technologies like Blockchain allow a range of societal actors to create decentralised money systems. Civil society actors put pressure on the financial sector to act more responsibly. And if Facebook’s 2,3 billion users accept Libra as means of exchange, the monopoly of fiat money will be a thing of the past. How can policy makers ensure all these evolutions contribute to a sustainable and just world?

IN THIS CONTEXT THE WORK OF BERNARD LIETAER (1942-2019) ON SUSTAINABLE FINANCIAL ECOSYSTEMS IS MORE RELEVANT THAN EVER.

The aim of this think tank event organised by the Club of Rome EU-chapter is to explore the core insights of his work, and to discuss with participants the leverages at policy level that are needed today.
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