der Ökonom Dr. Michael Kumhof war Professor an der Stanford University, arbeitete sowohl beim IWF als auch bei der Bank von England und ist ein international anerkannter Ökonom mit Spezialisierung auf Bankwesen, Schulden und Währungssysteme. Nachdem er seine Tätigkeit bei der Bank of England kürzlich beendet hat, führt er am Donnerstag 28.5. von 18:30 – 20:00 ein Webinar für die internationale Dachorganisation der Geldreform Initiative IMMR durch. Der Titel des Webinars lautet: Eine auf Schulden basierende Wirtschaft – gibt es einen Ausweg?
Hinweis: Das Webinar findet auf Englisch statt, weil weltweit übertragen!

Mehr Information und Anmeldung HIER

Buchpräsentation:
Remaking Money for a Sustainable Future
von Prof. Ester Barinaga, Lund University (Schweden)

Geld dominiert nicht nur die Wirtschaft, sondern viele Bereiche unserer Gesellschaft, unserer Beziehungen und sogar unseres Denkens. Ester Barinaga argumentiert, dass nicht „das Geld an sich“, sondern seine Architektur – also die Gestaltung von Währungen und ihre Governance-Strukturen – an der Wurzel vieler aktueller Herausforderungen liegt, von nicht nachhaltigem Wachstum über zunehmende Ungleichheit bis hin zur Erosion der Demokratie. Komplementärwährungen (CC) eröffnen neue Möglichkeiten, sozioökonomische Resilienz aufzubauen. In ihrem Vortrag stellt sie Beispiele für CCs vor, die zur Verringerung von Ungleichheit mit Hilfe eines bedingungslosen Grundeinkommens umgesetzt wurden.

Wir haben unter anderem folgende Fragen diskutiert:

  • Was können Komplementärwährungen (CC) zur Stärkung der sozioökonomischen und regionalen Resilienz beitragen?

  • Was ist für die europäischen Ländern und der EU hinsichtlich des Potenzials von CCs zu empfehlen?

  • Welches Potenzial haben CCs, um die Beziehung zwischen Wirtschaft (insbesondere dem Finanzsektor) und Demokratie zu verbessern?

Zur Autorin:

Ester Barinaga ist Professorin für Social Entrepreneurship an der Lund University(Schweden) sowie Professorin (mit besonderen Aufgaben) am Department of Business Humanities and Law (BHL) der Copenhagen Business School(Dänemark). Ihre Forschung konzentriert sich auf Konzepte, Strategien, Methoden und Praktiken, die Sozialunternehmer:innen nutzen, um gesellschaftlichen Wandel voranzutreiben. Derzeit beschäftigt sie sich insbesondere mit Komplementärwährungen als Instrumenten zum Aufbau nachhaltiger Wirtschaften, inklusiver Städte und resilienter Gemeinschaften.

Zur Publikation:

Remaking Money for a Sustainable Future ist kostenfrei als als PDF unter der Lizenz CC-BY-NC-ND abrufbar.

CoFi Gatherings bring together a vibrant mix of veterans and new voices in alternative economics for a week-long intensive at the Commons Hub in the Austrian alps.

We believe deeper collaboration results when people have the chance to engage intellectually as well as unwind and spend down time together—whether by hiking the Rax, soaking in the „liquidity pool“ hot tub, or sharing ideas by the fire.

This year we will dive deeper into alternative financial systems and create space for participants to design for real-world challenges and advance ongoing projects along 5 daily themes:

  • Cosmo-Local Infrastructure
  • Mechanisms
  • Implementation Strategy
  • System Analysis
  • Experiential Learning

More information and registration on event website: https://www.collaborative-finance.net/

The Ramics research association focuses on studying monetary innovation and community and complementary currency systems. Since 2011, the network has met every two years to share experiences, ideas, and practices on complementary currencies.

In a global context marked by growing mistrust in governments and widening gaps between local and central institutions, complementary and community currencies have emerged as innovative tools to rebuild social and economic connections. Across the world, these initiatives foster solidarity, inclusion, and resilience by creating local exchange systems and sustainable models of development rooted in community participation. Numerous experiences have been developed in different regions, each with distinct characteristics, objectives, and institutional arrangements.

Beyond their economic function, these currencies serve as instruments of social innovation and democratic experimentation. They encourage collective governance, stimulate local entrepreneurship, and strengthen citizens’ capacity to act within and beyond traditional market logics. By doing so, they invite a rethinking of value, cooperation, and sustainability in contemporary economies, aligning financial practices with broader social and environmental goals.

The 8th Biennial RAMICS Conference, entitled “Plurality of Social Currencies: Solidarity Economy, Municipal and Community Currencies for Inclusive and Sustainable Futures,” seeks to deepen and enrich the debate on these initiatives. Through lectures by national and international experts, presentation of academic research and experience reports, and field trips, the event aims to foster interdisciplinary dialogue and exchange of experiences, contributing to the advancement of discussions on solidarity economy, local development, and financial inclusion.

More information on the conference website: https://ramics2026.sciencesconf.org/.

Interdisziplinäre Ringvorlesung / Citizen Lecture

Mittwoch, 15. April 2026 bis 15. Juli 2026, 18 Uhr
Technische Universität Darmstadt
Großer Hörsaal im Schloss (S 313/30)
Link zu den Video-Aufzeichnungen folgt

Mehr dazu unter: https://zevedi.de/ringvorlesung-die-zukunft-des-geldes/

Infos zur interdisziplinären Ringvorlesung „Die Zukunft des Geldes“

Eine Veranstaltung des Instituts für Philosophie (FB 02) und des Fachgebiets Rechtspolitik für den digitalen Finanzsektor (FB 01) in Kooperation mit dem Diskursprojekt eFin & Demokratie am Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung

Wir leben in Zeiten digitaler Umbrüche. Ein schrittweiser aber gleichwohl radikaler Umbruch vollzieht sich vor unseren Augen und mithilfe unserer alltäglichen Handlungen mit Blick auf das Geld. War vor einigen Dekaden Geld im Alltag etwas Physisches, etwas, das von Hand zu Hand wechselte, hat es sich heute weitgehend entmaterialisiert: Bargeld spielt nach Studien der EZB selbst am „Point of Sale“ eine tendenziell abnehmende Rolle, wohingegen unbare Zahlungen zunehmen.

Veränderungen sind Momente der zeitlichen Verdichtung, sie markieren aber auch Möglichkeitsräume. Um die Veränderungsmöglichkeiten analysieren zu können, bedarf es allerdings zunächst einer Betrachtung der Entwicklungen, ihrer Treiber und ihrer Implikationen. Dies gilt auch und gerade mit Blick auf die Digitalisierung des Geldes sowie die Digitalisierung der Zahlungssysteme.

Geld betritt die Welt entweder in Form von Zentralbank- oder Geschäftsbankengeld. Während die Zentralbanken Bargeld emittieren und durch Mindestreserveanforderungen an die Geschäftsbanken eine (künstliche) Nachfrage nach digitalem Zentralbankgeld schaffen, kreieren Geschäftsbanken Liquidität, indem sie Kredite vergeben. Dieses relativ stabile System ist vor knapp 20 Jahren um „Kryptowährungen“ wie Bitcoin oder Tether ergänzt worden – hier wird digitales Geld entweder durch Netzwerke oder durch Firmen geschaffen. Stellt man neben dem bestehenden digitalen Geld auch noch die Zahlungssysteme in die Betrachtung ein, wird deutlich, dass ein wesentlicher Teil der Transaktionen im digitalen Zeitalter im Kern über private Dienstleister abgewickelt und das Geld vielfach durch private Akteure geschaffen wird. In beiden Fällen stellt sich die Frage, ob dies so bleiben sollte oder staatliche Institutionen eine proaktivere Rolle bei der Ausgestaltung der Zahlungssysteme und/oder der Schöpfung des Geldes zukommen soll.

Die Ringvorlesung leistet Beschreibungsarbeit und möchte zugleich ein Debatten- und Resonanzraum sein, in dem unterschiedliche Positionen zum (richtigen) gesellschaftlichen Umgang mit (digitalem) Geld ihren Platz haben und miteinander ringen. Dementsprechend kommen in ihrem Rahmen Forschende ebenso zu Wort wie Praktiker:innen.

 

 

Programm

15.04.

Volker Wieland
(Stiftungsprofessor für Monetäre Ökonomie und geschäftsführender Direktor des Institute for Monetary and Financial Stability, Goethe-Universität Frankfurt)

Ist der Euro für zukünftige Herausforderungen
gut gewappnet?

22.04.

Co-Pierre Georg
(Professor of Practice in Digital Finance und Direktor des Blockchain Center an der Frankfurt School of Finance & Management)

Souveränität im digitalen Zeitalter

29.4.

Martijn van der Linden
(Professor für New Finance, Hochschule für angewandte Wissenschaften Den Haag)

Restructuring Europe’s Monetary Backbone in a Fragmenting World

06.05.

Manfred Richels
(Head of Corporate Payments and Digital Assets, Deutscher Sparkassen- und Giroverband)

Innovative Geldformen – sind Stablecoins, Deposit Tokens etc. Hype, Hope oder Solution?

13.05.

Philipp Maume
(Professor for Corporate Governance and Capital Markets Law, Technische Universität München)

Das DLT-Pilot-Regime – (nun doch) der Schritt in die digitale Zukunft der Kapitalmärkte?

20.05.

Katharina Pistor, virtuell zugeschaltet
(Professorin für Vergleichende Rechtswissenschaft an der Columbia Law School)

Rechtliche Perspektiven für eine neue Geldverfassung

27.05.

Martina Metzger
(Professorin für Monetäre Ökonomik an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin)

Digitalisierung von Geld: Wettbewerb und Koexistenz

03.06.

Petra Gehring & Andreas Kerkemeyer
(Professorin für Philosophie / Professor für „Rechtspolitik für den digitalisierten Finanzsektor“, Technische Universität Darmstadt)

Diskussion und Zwischenbilanz

10.06.

Roland Broemel
(Professor für Öffentliches Recht, Wirtschafts- und Währungsrecht, Finanzmarktregulierung und Rechtstheorie, Goethe-Universität Frankfurt)

Souveränität, Autonomie und Geld

17.06.

Cederic Meier
(Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Grundlagen des Rechts, Georg-August-Universität Göttingen)

Der digitale Euro und die Europäische Währungsverfassung

24.06.

Frank Engster
(Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hellen Panke e.V. – Rosa Luxemburg-Stiftung Berlin)

Kapitalismus zweiter Ordnung? Die Formen von Geld und Kapital, Arbeit und Ware im post-industriellen Zeitalter

01.07.

Cornelia Manger-Nestler
(Professorin für Recht, insbesondere Deutsches und Internationales Wirtschaftsrecht, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig)

Rechtsfragen von Digitalgeld: Digitaler Euro, Stablecoins & Co.

08.07.

Martin Diehl
(Head of Financial Market Infrastructure, Deutsche Bundesbank)

15.07.

Stefan Eich, virtuell zugeschaltet
(Associate Professor of Government, Georgetown University)

The Democratic Politics of Monetary Design

 

 

Interdisziplinäre Ringvorlesung / Citizen Lecture

Mittwoch, 15. April 2026 bis 15. Juli 2026, 18 Uhr
Technische Universität Darmstadt
Großer Hörsaal im Schloss (S 313/30)
Link zu den Video-Aufzeichnungen folgt

Mehr dazu unter: https://zevedi.de/ringvorlesung-die-zukunft-des-geldes/

Infos zur interdisziplinären Ringvorlesung „Die Zukunft des Geldes“

Eine Veranstaltung des Instituts für Philosophie (FB 02) und des Fachgebiets Rechtspolitik für den digitalen Finanzsektor (FB 01) in Kooperation mit dem Diskursprojekt eFin & Demokratie am Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung

Wir leben in Zeiten digitaler Umbrüche. Ein schrittweiser aber gleichwohl radikaler Umbruch vollzieht sich vor unseren Augen und mithilfe unserer alltäglichen Handlungen mit Blick auf das Geld. War vor einigen Dekaden Geld im Alltag etwas Physisches, etwas, das von Hand zu Hand wechselte, hat es sich heute weitgehend entmaterialisiert: Bargeld spielt nach Studien der EZB selbst am „Point of Sale“ eine tendenziell abnehmende Rolle, wohingegen unbare Zahlungen zunehmen.

Veränderungen sind Momente der zeitlichen Verdichtung, sie markieren aber auch Möglichkeitsräume. Um die Veränderungsmöglichkeiten analysieren zu können, bedarf es allerdings zunächst einer Betrachtung der Entwicklungen, ihrer Treiber und ihrer Implikationen. Dies gilt auch und gerade mit Blick auf die Digitalisierung des Geldes sowie die Digitalisierung der Zahlungssysteme.

Geld betritt die Welt entweder in Form von Zentralbank- oder Geschäftsbankengeld. Während die Zentralbanken Bargeld emittieren und durch Mindestreserveanforderungen an die Geschäftsbanken eine (künstliche) Nachfrage nach digitalem Zentralbankgeld schaffen, kreieren Geschäftsbanken Liquidität, indem sie Kredite vergeben. Dieses relativ stabile System ist vor knapp 20 Jahren um „Kryptowährungen“ wie Bitcoin oder Tether ergänzt worden – hier wird digitales Geld entweder durch Netzwerke oder durch Firmen geschaffen. Stellt man neben dem bestehenden digitalen Geld auch noch die Zahlungssysteme in die Betrachtung ein, wird deutlich, dass ein wesentlicher Teil der Transaktionen im digitalen Zeitalter im Kern über private Dienstleister abgewickelt und das Geld vielfach durch private Akteure geschaffen wird. In beiden Fällen stellt sich die Frage, ob dies so bleiben sollte oder staatliche Institutionen eine proaktivere Rolle bei der Ausgestaltung der Zahlungssysteme und/oder der Schöpfung des Geldes zukommen soll.

Die Ringvorlesung leistet Beschreibungsarbeit und möchte zugleich ein Debatten- und Resonanzraum sein, in dem unterschiedliche Positionen zum (richtigen) gesellschaftlichen Umgang mit (digitalem) Geld ihren Platz haben und miteinander ringen. Dementsprechend kommen in ihrem Rahmen Forschende ebenso zu Wort wie Praktiker:innen.

 

 

Programm

15.04.

Volker Wieland
(Stiftungsprofessor für Monetäre Ökonomie und geschäftsführender Direktor des Institute for Monetary and Financial Stability, Goethe-Universität Frankfurt)

Ist der Euro für zukünftige Herausforderungen
gut gewappnet?

22.04.

Co-Pierre Georg
(Professor of Practice in Digital Finance und Direktor des Blockchain Center an der Frankfurt School of Finance & Management)

Souveränität im digitalen Zeitalter

29.4.

Martijn van der Linden
(Professor für New Finance, Hochschule für angewandte Wissenschaften Den Haag)

Restructuring Europe’s Monetary Backbone in a Fragmenting World

06.05.

Manfred Richels
(Head of Corporate Payments and Digital Assets, Deutscher Sparkassen- und Giroverband)

Innovative Geldformen – sind Stablecoins, Deposit Tokens etc. Hype, Hope oder Solution?

13.05.

Philipp Maume
(Professor for Corporate Governance and Capital Markets Law, Technische Universität München)

Das DLT-Pilot-Regime – (nun doch) der Schritt in die digitale Zukunft der Kapitalmärkte?

20.05.

Katharina Pistor, virtuell zugeschaltet
(Professorin für Vergleichende Rechtswissenschaft an der Columbia Law School)

Rechtliche Perspektiven für eine neue Geldverfassung

27.05.

Martina Metzger
(Professorin für Monetäre Ökonomik an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin)

Digitalisierung von Geld: Wettbewerb und Koexistenz

03.06.

Petra Gehring & Andreas Kerkemeyer
(Professorin für Philosophie / Professor für „Rechtspolitik für den digitalisierten Finanzsektor“, Technische Universität Darmstadt)

Diskussion und Zwischenbilanz

10.06.

Roland Broemel
(Professor für Öffentliches Recht, Wirtschafts- und Währungsrecht, Finanzmarktregulierung und Rechtstheorie, Goethe-Universität Frankfurt)

Souveränität, Autonomie und Geld

17.06.

Cederic Meier
(Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Grundlagen des Rechts, Georg-August-Universität Göttingen)

Der digitale Euro und die Europäische Währungsverfassung

24.06.

Frank Engster
(Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hellen Panke e.V. – Rosa Luxemburg-Stiftung Berlin)

Kapitalismus zweiter Ordnung? Die Formen von Geld und Kapital, Arbeit und Ware im post-industriellen Zeitalter

01.07.

Cornelia Manger-Nestler
(Professorin für Recht, insbesondere Deutsches und Internationales Wirtschaftsrecht, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig)

Rechtsfragen von Digitalgeld: Digitaler Euro, Stablecoins & Co.

08.07.

Martin Diehl
(Head of Financial Market Infrastructure, Deutsche Bundesbank)

15.07.

Stefan Eich, virtuell zugeschaltet
(Associate Professor of Government, Georgetown University)

The Democratic Politics of Monetary Design

 

 

Interdisziplinäre Ringvorlesung / Citizen Lecture

Mittwoch, 15. April 2026 bis 15. Juli 2026, 18 Uhr
Technische Universität Darmstadt
Großer Hörsaal im Schloss (S 313/30)
Link zu den Video-Aufzeichnungen folgt

Mehr dazu unter: https://zevedi.de/ringvorlesung-die-zukunft-des-geldes/

Infos zur interdisziplinären Ringvorlesung „Die Zukunft des Geldes“

Eine Veranstaltung des Instituts für Philosophie (FB 02) und des Fachgebiets Rechtspolitik für den digitalen Finanzsektor (FB 01) in Kooperation mit dem Diskursprojekt eFin & Demokratie am Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung

Wir leben in Zeiten digitaler Umbrüche. Ein schrittweiser aber gleichwohl radikaler Umbruch vollzieht sich vor unseren Augen und mithilfe unserer alltäglichen Handlungen mit Blick auf das Geld. War vor einigen Dekaden Geld im Alltag etwas Physisches, etwas, das von Hand zu Hand wechselte, hat es sich heute weitgehend entmaterialisiert: Bargeld spielt nach Studien der EZB selbst am „Point of Sale“ eine tendenziell abnehmende Rolle, wohingegen unbare Zahlungen zunehmen.

Veränderungen sind Momente der zeitlichen Verdichtung, sie markieren aber auch Möglichkeitsräume. Um die Veränderungsmöglichkeiten analysieren zu können, bedarf es allerdings zunächst einer Betrachtung der Entwicklungen, ihrer Treiber und ihrer Implikationen. Dies gilt auch und gerade mit Blick auf die Digitalisierung des Geldes sowie die Digitalisierung der Zahlungssysteme.

Geld betritt die Welt entweder in Form von Zentralbank- oder Geschäftsbankengeld. Während die Zentralbanken Bargeld emittieren und durch Mindestreserveanforderungen an die Geschäftsbanken eine (künstliche) Nachfrage nach digitalem Zentralbankgeld schaffen, kreieren Geschäftsbanken Liquidität, indem sie Kredite vergeben. Dieses relativ stabile System ist vor knapp 20 Jahren um „Kryptowährungen“ wie Bitcoin oder Tether ergänzt worden – hier wird digitales Geld entweder durch Netzwerke oder durch Firmen geschaffen. Stellt man neben dem bestehenden digitalen Geld auch noch die Zahlungssysteme in die Betrachtung ein, wird deutlich, dass ein wesentlicher Teil der Transaktionen im digitalen Zeitalter im Kern über private Dienstleister abgewickelt und das Geld vielfach durch private Akteure geschaffen wird. In beiden Fällen stellt sich die Frage, ob dies so bleiben sollte oder staatliche Institutionen eine proaktivere Rolle bei der Ausgestaltung der Zahlungssysteme und/oder der Schöpfung des Geldes zukommen soll.

Die Ringvorlesung leistet Beschreibungsarbeit und möchte zugleich ein Debatten- und Resonanzraum sein, in dem unterschiedliche Positionen zum (richtigen) gesellschaftlichen Umgang mit (digitalem) Geld ihren Platz haben und miteinander ringen. Dementsprechend kommen in ihrem Rahmen Forschende ebenso zu Wort wie Praktiker:innen.

 

 

Programm

15.04.

Volker Wieland
(Stiftungsprofessor für Monetäre Ökonomie und geschäftsführender Direktor des Institute for Monetary and Financial Stability, Goethe-Universität Frankfurt)

Ist der Euro für zukünftige Herausforderungen
gut gewappnet?

22.04.

Co-Pierre Georg
(Professor of Practice in Digital Finance und Direktor des Blockchain Center an der Frankfurt School of Finance & Management)

Souveränität im digitalen Zeitalter

29.4.

Martijn van der Linden
(Professor für New Finance, Hochschule für angewandte Wissenschaften Den Haag)

Restructuring Europe’s Monetary Backbone in a Fragmenting World

06.05.

Manfred Richels
(Head of Corporate Payments and Digital Assets, Deutscher Sparkassen- und Giroverband)

Innovative Geldformen – sind Stablecoins, Deposit Tokens etc. Hype, Hope oder Solution?

13.05.

Philipp Maume
(Professor for Corporate Governance and Capital Markets Law, Technische Universität München)

Das DLT-Pilot-Regime – (nun doch) der Schritt in die digitale Zukunft der Kapitalmärkte?

20.05.

Katharina Pistor, virtuell zugeschaltet
(Professorin für Vergleichende Rechtswissenschaft an der Columbia Law School)

Rechtliche Perspektiven für eine neue Geldverfassung

27.05.

Martina Metzger
(Professorin für Monetäre Ökonomik an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin)

Digitalisierung von Geld: Wettbewerb und Koexistenz

03.06.

Petra Gehring & Andreas Kerkemeyer
(Professorin für Philosophie / Professor für „Rechtspolitik für den digitalisierten Finanzsektor“, Technische Universität Darmstadt)

Diskussion und Zwischenbilanz

10.06.

Roland Broemel
(Professor für Öffentliches Recht, Wirtschafts- und Währungsrecht, Finanzmarktregulierung und Rechtstheorie, Goethe-Universität Frankfurt)

Souveränität, Autonomie und Geld

17.06.

Cederic Meier
(Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Grundlagen des Rechts, Georg-August-Universität Göttingen)

Der digitale Euro und die Europäische Währungsverfassung

24.06.

Frank Engster
(Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hellen Panke e.V. – Rosa Luxemburg-Stiftung Berlin)

Kapitalismus zweiter Ordnung? Die Formen von Geld und Kapital, Arbeit und Ware im post-industriellen Zeitalter

01.07.

Cornelia Manger-Nestler
(Professorin für Recht, insbesondere Deutsches und Internationales Wirtschaftsrecht, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig)

Rechtsfragen von Digitalgeld: Digitaler Euro, Stablecoins & Co.

08.07.

Martin Diehl
(Head of Financial Market Infrastructure, Deutsche Bundesbank)

15.07.

Stefan Eich, virtuell zugeschaltet
(Associate Professor of Government, Georgetown University)

The Democratic Politics of Monetary Design

 

 

Interdisziplinäre Ringvorlesung / Citizen Lecture

Mittwoch, 15. April 2026 bis 15. Juli 2026, 18 Uhr
Technische Universität Darmstadt
Großer Hörsaal im Schloss (S 313/30)
Link zu den Video-Aufzeichnungen folgt

Mehr dazu unter: https://zevedi.de/ringvorlesung-die-zukunft-des-geldes/

Infos zur interdisziplinären Ringvorlesung „Die Zukunft des Geldes“

Eine Veranstaltung des Instituts für Philosophie (FB 02) und des Fachgebiets Rechtspolitik für den digitalen Finanzsektor (FB 01) in Kooperation mit dem Diskursprojekt eFin & Demokratie am Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung

Wir leben in Zeiten digitaler Umbrüche. Ein schrittweiser aber gleichwohl radikaler Umbruch vollzieht sich vor unseren Augen und mithilfe unserer alltäglichen Handlungen mit Blick auf das Geld. War vor einigen Dekaden Geld im Alltag etwas Physisches, etwas, das von Hand zu Hand wechselte, hat es sich heute weitgehend entmaterialisiert: Bargeld spielt nach Studien der EZB selbst am „Point of Sale“ eine tendenziell abnehmende Rolle, wohingegen unbare Zahlungen zunehmen.

Veränderungen sind Momente der zeitlichen Verdichtung, sie markieren aber auch Möglichkeitsräume. Um die Veränderungsmöglichkeiten analysieren zu können, bedarf es allerdings zunächst einer Betrachtung der Entwicklungen, ihrer Treiber und ihrer Implikationen. Dies gilt auch und gerade mit Blick auf die Digitalisierung des Geldes sowie die Digitalisierung der Zahlungssysteme.

Geld betritt die Welt entweder in Form von Zentralbank- oder Geschäftsbankengeld. Während die Zentralbanken Bargeld emittieren und durch Mindestreserveanforderungen an die Geschäftsbanken eine (künstliche) Nachfrage nach digitalem Zentralbankgeld schaffen, kreieren Geschäftsbanken Liquidität, indem sie Kredite vergeben. Dieses relativ stabile System ist vor knapp 20 Jahren um „Kryptowährungen“ wie Bitcoin oder Tether ergänzt worden – hier wird digitales Geld entweder durch Netzwerke oder durch Firmen geschaffen. Stellt man neben dem bestehenden digitalen Geld auch noch die Zahlungssysteme in die Betrachtung ein, wird deutlich, dass ein wesentlicher Teil der Transaktionen im digitalen Zeitalter im Kern über private Dienstleister abgewickelt und das Geld vielfach durch private Akteure geschaffen wird. In beiden Fällen stellt sich die Frage, ob dies so bleiben sollte oder staatliche Institutionen eine proaktivere Rolle bei der Ausgestaltung der Zahlungssysteme und/oder der Schöpfung des Geldes zukommen soll.

Die Ringvorlesung leistet Beschreibungsarbeit und möchte zugleich ein Debatten- und Resonanzraum sein, in dem unterschiedliche Positionen zum (richtigen) gesellschaftlichen Umgang mit (digitalem) Geld ihren Platz haben und miteinander ringen. Dementsprechend kommen in ihrem Rahmen Forschende ebenso zu Wort wie Praktiker:innen.

 

 

Programm

15.04.

Volker Wieland
(Stiftungsprofessor für Monetäre Ökonomie und geschäftsführender Direktor des Institute for Monetary and Financial Stability, Goethe-Universität Frankfurt)

Ist der Euro für zukünftige Herausforderungen
gut gewappnet?

22.04.

Co-Pierre Georg
(Professor of Practice in Digital Finance und Direktor des Blockchain Center an der Frankfurt School of Finance & Management)

Souveränität im digitalen Zeitalter

29.4.

Martijn van der Linden
(Professor für New Finance, Hochschule für angewandte Wissenschaften Den Haag)

Restructuring Europe’s Monetary Backbone in a Fragmenting World

06.05.

Manfred Richels
(Head of Corporate Payments and Digital Assets, Deutscher Sparkassen- und Giroverband)

Innovative Geldformen – sind Stablecoins, Deposit Tokens etc. Hype, Hope oder Solution?

13.05.

Philipp Maume
(Professor for Corporate Governance and Capital Markets Law, Technische Universität München)

Das DLT-Pilot-Regime – (nun doch) der Schritt in die digitale Zukunft der Kapitalmärkte?

20.05.

Katharina Pistor, virtuell zugeschaltet
(Professorin für Vergleichende Rechtswissenschaft an der Columbia Law School)

Rechtliche Perspektiven für eine neue Geldverfassung

27.05.

Martina Metzger
(Professorin für Monetäre Ökonomik an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin)

Digitalisierung von Geld: Wettbewerb und Koexistenz

03.06.

Petra Gehring & Andreas Kerkemeyer
(Professorin für Philosophie / Professor für „Rechtspolitik für den digitalisierten Finanzsektor“, Technische Universität Darmstadt)

Diskussion und Zwischenbilanz

10.06.

Roland Broemel
(Professor für Öffentliches Recht, Wirtschafts- und Währungsrecht, Finanzmarktregulierung und Rechtstheorie, Goethe-Universität Frankfurt)

Souveränität, Autonomie und Geld

17.06.

Cederic Meier
(Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Grundlagen des Rechts, Georg-August-Universität Göttingen)

Der digitale Euro und die Europäische Währungsverfassung

24.06.

Frank Engster
(Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hellen Panke e.V. – Rosa Luxemburg-Stiftung Berlin)

Kapitalismus zweiter Ordnung? Die Formen von Geld und Kapital, Arbeit und Ware im post-industriellen Zeitalter

01.07.

Cornelia Manger-Nestler
(Professorin für Recht, insbesondere Deutsches und Internationales Wirtschaftsrecht, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig)

Rechtsfragen von Digitalgeld: Digitaler Euro, Stablecoins & Co.

08.07.

Martin Diehl
(Head of Financial Market Infrastructure, Deutsche Bundesbank)

15.07.

Stefan Eich, virtuell zugeschaltet
(Associate Professor of Government, Georgetown University)

The Democratic Politics of Monetary Design

 

 

Interdisziplinäre Ringvorlesung / Citizen Lecture

Mittwoch, 15. April 2026 bis 15. Juli 2026, 18 Uhr
Technische Universität Darmstadt
Großer Hörsaal im Schloss (S 313/30)
Link zu den Video-Aufzeichnungen folgt

Mehr dazu unter: https://zevedi.de/ringvorlesung-die-zukunft-des-geldes/

Infos zur interdisziplinären Ringvorlesung „Die Zukunft des Geldes“

Eine Veranstaltung des Instituts für Philosophie (FB 02) und des Fachgebiets Rechtspolitik für den digitalen Finanzsektor (FB 01) in Kooperation mit dem Diskursprojekt eFin & Demokratie am Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung

Wir leben in Zeiten digitaler Umbrüche. Ein schrittweiser aber gleichwohl radikaler Umbruch vollzieht sich vor unseren Augen und mithilfe unserer alltäglichen Handlungen mit Blick auf das Geld. War vor einigen Dekaden Geld im Alltag etwas Physisches, etwas, das von Hand zu Hand wechselte, hat es sich heute weitgehend entmaterialisiert: Bargeld spielt nach Studien der EZB selbst am „Point of Sale“ eine tendenziell abnehmende Rolle, wohingegen unbare Zahlungen zunehmen.

Veränderungen sind Momente der zeitlichen Verdichtung, sie markieren aber auch Möglichkeitsräume. Um die Veränderungsmöglichkeiten analysieren zu können, bedarf es allerdings zunächst einer Betrachtung der Entwicklungen, ihrer Treiber und ihrer Implikationen. Dies gilt auch und gerade mit Blick auf die Digitalisierung des Geldes sowie die Digitalisierung der Zahlungssysteme.

Geld betritt die Welt entweder in Form von Zentralbank- oder Geschäftsbankengeld. Während die Zentralbanken Bargeld emittieren und durch Mindestreserveanforderungen an die Geschäftsbanken eine (künstliche) Nachfrage nach digitalem Zentralbankgeld schaffen, kreieren Geschäftsbanken Liquidität, indem sie Kredite vergeben. Dieses relativ stabile System ist vor knapp 20 Jahren um „Kryptowährungen“ wie Bitcoin oder Tether ergänzt worden – hier wird digitales Geld entweder durch Netzwerke oder durch Firmen geschaffen. Stellt man neben dem bestehenden digitalen Geld auch noch die Zahlungssysteme in die Betrachtung ein, wird deutlich, dass ein wesentlicher Teil der Transaktionen im digitalen Zeitalter im Kern über private Dienstleister abgewickelt und das Geld vielfach durch private Akteure geschaffen wird. In beiden Fällen stellt sich die Frage, ob dies so bleiben sollte oder staatliche Institutionen eine proaktivere Rolle bei der Ausgestaltung der Zahlungssysteme und/oder der Schöpfung des Geldes zukommen soll.

Die Ringvorlesung leistet Beschreibungsarbeit und möchte zugleich ein Debatten- und Resonanzraum sein, in dem unterschiedliche Positionen zum (richtigen) gesellschaftlichen Umgang mit (digitalem) Geld ihren Platz haben und miteinander ringen. Dementsprechend kommen in ihrem Rahmen Forschende ebenso zu Wort wie Praktiker:innen.

 

 

Programm

15.04.

Volker Wieland
(Stiftungsprofessor für Monetäre Ökonomie und geschäftsführender Direktor des Institute for Monetary and Financial Stability, Goethe-Universität Frankfurt)

Ist der Euro für zukünftige Herausforderungen
gut gewappnet?

22.04.

Co-Pierre Georg
(Professor of Practice in Digital Finance und Direktor des Blockchain Center an der Frankfurt School of Finance & Management)

Souveränität im digitalen Zeitalter

29.4.

Martijn van der Linden
(Professor für New Finance, Hochschule für angewandte Wissenschaften Den Haag)

Restructuring Europe’s Monetary Backbone in a Fragmenting World

06.05.

Manfred Richels
(Head of Corporate Payments and Digital Assets, Deutscher Sparkassen- und Giroverband)

Innovative Geldformen – sind Stablecoins, Deposit Tokens etc. Hype, Hope oder Solution?

13.05.

Philipp Maume
(Professor for Corporate Governance and Capital Markets Law, Technische Universität München)

Das DLT-Pilot-Regime – (nun doch) der Schritt in die digitale Zukunft der Kapitalmärkte?

20.05.

Katharina Pistor, virtuell zugeschaltet
(Professorin für Vergleichende Rechtswissenschaft an der Columbia Law School)

Rechtliche Perspektiven für eine neue Geldverfassung

27.05.

Martina Metzger
(Professorin für Monetäre Ökonomik an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin)

Digitalisierung von Geld: Wettbewerb und Koexistenz

03.06.

Petra Gehring & Andreas Kerkemeyer
(Professorin für Philosophie / Professor für „Rechtspolitik für den digitalisierten Finanzsektor“, Technische Universität Darmstadt)

Diskussion und Zwischenbilanz

10.06.

Roland Broemel
(Professor für Öffentliches Recht, Wirtschafts- und Währungsrecht, Finanzmarktregulierung und Rechtstheorie, Goethe-Universität Frankfurt)

Souveränität, Autonomie und Geld

17.06.

Cederic Meier
(Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Grundlagen des Rechts, Georg-August-Universität Göttingen)

Der digitale Euro und die Europäische Währungsverfassung

24.06.

Frank Engster
(Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hellen Panke e.V. – Rosa Luxemburg-Stiftung Berlin)

Kapitalismus zweiter Ordnung? Die Formen von Geld und Kapital, Arbeit und Ware im post-industriellen Zeitalter

01.07.

Cornelia Manger-Nestler
(Professorin für Recht, insbesondere Deutsches und Internationales Wirtschaftsrecht, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig)

Rechtsfragen von Digitalgeld: Digitaler Euro, Stablecoins & Co.

08.07.

Martin Diehl
(Head of Financial Market Infrastructure, Deutsche Bundesbank)

15.07.

Stefan Eich, virtuell zugeschaltet
(Associate Professor of Government, Georgetown University)

The Democratic Politics of Monetary Design

 

 

Interdisziplinäre Ringvorlesung / Citizen Lecture

Mittwoch, 15. April 2026 bis 15. Juli 2026, 18 Uhr
Technische Universität Darmstadt
Großer Hörsaal im Schloss (S 313/30)
Link zu den Video-Aufzeichnungen folgt

Mehr dazu unter: https://zevedi.de/ringvorlesung-die-zukunft-des-geldes/

Infos zur interdisziplinären Ringvorlesung „Die Zukunft des Geldes“

Eine Veranstaltung des Instituts für Philosophie (FB 02) und des Fachgebiets Rechtspolitik für den digitalen Finanzsektor (FB 01) in Kooperation mit dem Diskursprojekt eFin & Demokratie am Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung

Wir leben in Zeiten digitaler Umbrüche. Ein schrittweiser aber gleichwohl radikaler Umbruch vollzieht sich vor unseren Augen und mithilfe unserer alltäglichen Handlungen mit Blick auf das Geld. War vor einigen Dekaden Geld im Alltag etwas Physisches, etwas, das von Hand zu Hand wechselte, hat es sich heute weitgehend entmaterialisiert: Bargeld spielt nach Studien der EZB selbst am „Point of Sale“ eine tendenziell abnehmende Rolle, wohingegen unbare Zahlungen zunehmen.

Veränderungen sind Momente der zeitlichen Verdichtung, sie markieren aber auch Möglichkeitsräume. Um die Veränderungsmöglichkeiten analysieren zu können, bedarf es allerdings zunächst einer Betrachtung der Entwicklungen, ihrer Treiber und ihrer Implikationen. Dies gilt auch und gerade mit Blick auf die Digitalisierung des Geldes sowie die Digitalisierung der Zahlungssysteme.

Geld betritt die Welt entweder in Form von Zentralbank- oder Geschäftsbankengeld. Während die Zentralbanken Bargeld emittieren und durch Mindestreserveanforderungen an die Geschäftsbanken eine (künstliche) Nachfrage nach digitalem Zentralbankgeld schaffen, kreieren Geschäftsbanken Liquidität, indem sie Kredite vergeben. Dieses relativ stabile System ist vor knapp 20 Jahren um „Kryptowährungen“ wie Bitcoin oder Tether ergänzt worden – hier wird digitales Geld entweder durch Netzwerke oder durch Firmen geschaffen. Stellt man neben dem bestehenden digitalen Geld auch noch die Zahlungssysteme in die Betrachtung ein, wird deutlich, dass ein wesentlicher Teil der Transaktionen im digitalen Zeitalter im Kern über private Dienstleister abgewickelt und das Geld vielfach durch private Akteure geschaffen wird. In beiden Fällen stellt sich die Frage, ob dies so bleiben sollte oder staatliche Institutionen eine proaktivere Rolle bei der Ausgestaltung der Zahlungssysteme und/oder der Schöpfung des Geldes zukommen soll.

Die Ringvorlesung leistet Beschreibungsarbeit und möchte zugleich ein Debatten- und Resonanzraum sein, in dem unterschiedliche Positionen zum (richtigen) gesellschaftlichen Umgang mit (digitalem) Geld ihren Platz haben und miteinander ringen. Dementsprechend kommen in ihrem Rahmen Forschende ebenso zu Wort wie Praktiker:innen.

 

 

Programm

15.04.

Volker Wieland
(Stiftungsprofessor für Monetäre Ökonomie und geschäftsführender Direktor des Institute for Monetary and Financial Stability, Goethe-Universität Frankfurt)

Ist der Euro für zukünftige Herausforderungen
gut gewappnet?

22.04.

Co-Pierre Georg
(Professor of Practice in Digital Finance und Direktor des Blockchain Center an der Frankfurt School of Finance & Management)

Souveränität im digitalen Zeitalter

29.4.

Martijn van der Linden
(Professor für New Finance, Hochschule für angewandte Wissenschaften Den Haag)

Restructuring Europe’s Monetary Backbone in a Fragmenting World

06.05.

Manfred Richels
(Head of Corporate Payments and Digital Assets, Deutscher Sparkassen- und Giroverband)

Innovative Geldformen – sind Stablecoins, Deposit Tokens etc. Hype, Hope oder Solution?

13.05.

Philipp Maume
(Professor for Corporate Governance and Capital Markets Law, Technische Universität München)

Das DLT-Pilot-Regime – (nun doch) der Schritt in die digitale Zukunft der Kapitalmärkte?

20.05.

Katharina Pistor, virtuell zugeschaltet
(Professorin für Vergleichende Rechtswissenschaft an der Columbia Law School)

Rechtliche Perspektiven für eine neue Geldverfassung

27.05.

Martina Metzger
(Professorin für Monetäre Ökonomik an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin)

Digitalisierung von Geld: Wettbewerb und Koexistenz

03.06.

Petra Gehring & Andreas Kerkemeyer
(Professorin für Philosophie / Professor für „Rechtspolitik für den digitalisierten Finanzsektor“, Technische Universität Darmstadt)

Diskussion und Zwischenbilanz

10.06.

Roland Broemel
(Professor für Öffentliches Recht, Wirtschafts- und Währungsrecht, Finanzmarktregulierung und Rechtstheorie, Goethe-Universität Frankfurt)

Souveränität, Autonomie und Geld

17.06.

Cederic Meier
(Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Grundlagen des Rechts, Georg-August-Universität Göttingen)

Der digitale Euro und die Europäische Währungsverfassung

24.06.

Frank Engster
(Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hellen Panke e.V. – Rosa Luxemburg-Stiftung Berlin)

Kapitalismus zweiter Ordnung? Die Formen von Geld und Kapital, Arbeit und Ware im post-industriellen Zeitalter

01.07.

Cornelia Manger-Nestler
(Professorin für Recht, insbesondere Deutsches und Internationales Wirtschaftsrecht, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig)

Rechtsfragen von Digitalgeld: Digitaler Euro, Stablecoins & Co.

08.07.

Martin Diehl
(Head of Financial Market Infrastructure, Deutsche Bundesbank)

15.07.

Stefan Eich, virtuell zugeschaltet
(Associate Professor of Government, Georgetown University)

The Democratic Politics of Monetary Design