“Du sagtest neulich am Telefon: Gib mir ein Problem und ich entwickele Dir eine komplementäre Währung mit der Du es lösen kannst. Und ich muss es Dir einmal sagen: Deine Fantasie, Deine unerschöpflichen Ideen, wie man Geld gestalten, erfinden, verwandeln kann, versetzt mich einfach immer wieder in Staunen.”
Margrit Kennedy in einem Brief an ihren langjährigen Arbeitskollegen und Freund Bernard Lietaer

 

 

Rezension zu
Peter Krause: Bernard Lietaer – Leben und Werk
(Berlin: epubli, 2020. Band I: 408 Seiten, Band II: 252 Seiten)

Am vierten Februar des vergangenen Jahres verstarb Bernard Lietaer. Vielen, die sich mit neuen Wirtschafts- und Geldformen beschäftigen, ist damit ein Leuchtturm richtungsweisenden Denkens und ein Referenzpunkt von internationalem Rang verloschen.

Wie kein Anderer hat Lietaer einen Weg durch alle Bereiche der Finanzwirtschaft durchlaufen – vom gekürten Harvard Absolventen des Jahres 1969, zum Zentralbanker in den frühen 80er Jahren, zum erfolgreichsten Hedgefond-Manager des Jahres 1989 – um schließlich zu einem der schärfsten Systemkritiker und gleichzeitig einem der kreativsten Visionäre einer neuen, sozial-ökologischen Geldordnung zu werden.  Dass sich Lietaers Expertise und Ansehen jedoch nicht allein auf die Kreise von Finanzwelt und -reform beschränkte, war nur wenigen bewusst.

Die nun erschienene Biographie von Peter Krause ist die erste Veröffentlichung, für die Lietaer explizit Einblicke in alle Bereiche seines Lebens und Wirkens zuließ. Aus zwei persönlichen Gesprächen während der letzten Lebenswochen Lietaers und unzähligen Interviews mit Freunden, Kollegen und Familienmitgliedern, sowie den Materialien aus dem Nachlass – teilweise zusammengetragen und eingeschickt aus allen Teilen der Welt – hat Peter Krause das Gesamt-Bildnis eines bemerkenswerten Mannes zusammengesetzt. Dabei fügen sich nun die Themen, für die Lietaer bereits weitläufig bekannt war, in ein weites Spektrum von Erleben, Denken und Wirken, über dessen Fülle und Tiefe Lietaer bisher nur andeutungsweise und zu engen Freunden redete, oder unter seinem Pseudonym (René de Bartiral) publizierte.

In teilweise sachlicher und teilweise poetischer Sprache spiegeln die zwei Bänden dieser binnen eines Jahres entstandene Biographie die Faszination des Autors über die von ihm beschriebenen Person wieder, und eröffnen damit wie durch ein rückblickendes Prisma den Blick auf ein außergewöhnliches und mutiges Leben in seinem ganzen Facettenreichtum.

Der erste Band, der auch einzeln zu beziehen ist, stellt dabei die eigentliche Biographie dar. Sie ist durch einen zweiten Band, der wie ein Anhang voller Kleinodien wirkt, ergänzt. Es mag überraschen, das es um das Leben Lietaers in chronologischer Reihenfolge nur in rund einem Viertel des Textes geht. Dieser ist jedoch durch die Informationen aus Interviews und Archivmaterialien mit erstaunlich vielen persönlichen Details anschaulich und lebensnah ausgeschmückt. So entsteht die intime Beschreibung eines persönlichen und professionellen Werdegangs – von der Jugend in Belgien, über das Studium und die Karriere vor allem in Nord- und Süd-Amerika, bis zu den letzten Lebensmonaten in Norddeutschland -, der immer wieder mit erstaunlichen Wendungen und Weitungen aufwartet.

Die übrigen drei Teile des ersten Bandes resümieren danach das Werk Lietaers unter den Überschriften “Wissen”, “Weisheit” und “Mysterium”. So vervollständigen sie, Schicht um Schicht, ein Bild Lietaers, wie es bisher in der Öffentlichkeit nicht wahrnehmbar war.

Im Teil “Wissen” wird anhand seiner Früh- und Hauptwerke der Werdegang Lietaers in die Tiefen der Finanzwirtschaft und weiter zu seiner Rolle als Vorreiter einer neuen Geldordnung nachgezeichnet. Auch für diejenigen, die einen Teil seiner Werke bereits selber gelesen haben, zeigen sich dabei Zusammenhänge und Entwicklungsschritte auf, die ein wiederholtes Studium lohnen.

Im Teil „Weisheit“ werden die psychologischen und geschichtlichen Ansätzen, die Lietaer bereits in manchen seiner Veröffentlichungen anklingen ließ (wie z.B. in Mysterium Geld, 2000, Riemann), sowohl durch biographische als auch weltanschauliche Hintergründe eingeführt und verknüpft. Dabei geht es unter anderem um Philosophie, die Archtypen-Lehre Gustav Jungs und den historischen Wechseln von matrifokalen zu patriachalen Gesellschaften. Der Zukunft ist hierbei ein eigener Abschnitt gewidmet, in dem die verschiedenen utopischen und dystopischen Szenarien, die Lietaer in seinen Schriften entwickelt hat, zusammengetragen sind.

Den erstaunlichsten Einblick zur Person Bernard Lietaer liefert der letzte Teil des ersten Bandes, “Mysterien”. Ausgehend von den kaum bekannten Arbeiten Lietaers zum Werk Rembrandts wird in diesem Kapitel eine Vielzahl von Themen, Beschäftigungsfeldern und Einflüssen erläutert, die für Lietaer allesamt von zentraler Bedeutung waren, aber in seinem bisher veröffentlichten Werk weitgehend ausgespart blieben. Dabei geht es ebenso um Kunst und Architektur, als auch um Freimaurerei, Spiritualität, Metaphysik und Persönlichkeitsentwicklung. Bemerkenswert ist dabei auch die Tiefe des hier bereitgestellten Wissens, das zuvor meist als “esoterisch”, also geheim und exklusiv, galt und auch so behandelt wurde. In dieser Zuwendung zur (wenigstens posthumen) Transparenz scheint Lietaer heute nicht allein zu stehen (siehe z.B. W.H.Heussinger: Freimaurer (2020) Finanzbuch Verlag).

Der zweite Band bietet vor allem bildliches Begleitmaterial, das den Text des ersten Bandes untermalt und greifbar macht, vor allem dort wo es um Kunst, Architektur und esoterisches Wissen geht. Er beinhaltet eine große Zahl an Fotos – von Lietaer und den Objekten seines Interesses – sowie Zeichnungen, Handschriften und Grafiken aus seiner eigenen Hand. Die Wirkung dieses Bildmaterials ist für den Gesamteindruck sowohl der Person Bernard Lietaers als auch dieser Biographie nicht zu unterschätzen.

In der zweiten Hälfte dieses Begleitbandes befinden sich Texte, durch die Lietaer noch einmal selber, direkt oder indirekt, zu Wort kommt. So sind hier zwei Interviews mit Tesa Silvestre aus dem Jahre 2008 enthalten, auf die Lietaer selbst als gelungene Zusammenfassungen sowohl seiner geldreformerischen Beiträge, als auch seiner persönlichen, spirituellen Überzeugungen wiederholt hingewiesen hatte (letzteres bisher unveröffentlicht). Auch ist hier, zum ersten Mal in deutscher Sprache, die archäologisch-anthropologische Studie einer Tempelanlage in Peru zu finden, für die Lietaer 1982 zum ersten mal sein Pseudonym gebrauchte. Und schließlich wird hier Lietaers Master-Arbeit zum Management von Wechselkursrisiken, auf die sich sein frühes internationales Ansehen und sein beruflicher Erfolg aufbauten, detailliert aber in nachvollziehbarer Sprache rezensiert.

Der Autor lässt seinen Text mit Worten von Bernard Lietaer enden, die, 2008 unter dem Namen René de Bartiral veröffentlicht, heute in der zweiten Hälfte von 2020 nur wieder an Aktualität gewonnen haben – und damit auch die Anerkennung und das Andenken an das Leben und Werk Bernard Lietaers weiter tragen: «Meiner Meinung nach sind wir an einem entscheidenden Punkt, und nur einen Schritt vom ‘Bruch’ entfernt; am Rande des Chaos einer großen Veränderung. Dies beinhaltet die Wahl zwischen dem, was die Engländer so einleuchtend „brich auf oder breche zusammen“ nennen – entweder brechen wir zu einer neuen Komplexitätsstufe durch oder wir kollabieren nach unten auf eine niedrigere Ebene.»(S. 372)

Die Beschreibung des bemerkenswerten Beitrags eines einzelnen Mannes zur positiven Weiterführung des menschlichen Weges auf diesem Planeten findet sich in dieser Biographie.

 

[Diese Rezension erschien zuerst in der Zeitschrift für Sozialökonomie, am 17.08.202]

Die Regionalwährung „Chiemgauer“ hat sich als komplementäre Währung in der Region Chiemgau in Bayern entwickelt. In dieser 30-Minütigen Dokumentation erzählen monneta und Chiemgauer-Initiator Christian Gelleri die Geschichte des Chiemgauer.

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Gestartet ist die Regionalwährung 2003 als ein Schulprojekt mit dem Ziel das Gemeinwohl zu fördern. Heute ist die Regionalwährung ein beliebtes Zahlungsmittel, hinter welchem viele Unternehmen und gemeinnützige Organisationen stehen. Mehr dazu im Video.

Am 3. September veranstaltet die Monetative e.V. die nächste Videokonferenz aus ihrer Reihe „Monetäre und wirtschaftliche Aspekte der Corona-Krise“ zum Thema „Zurück auf den Wachstumspfad“.

Alle Regierungen versuchen jetzt, ihre Volkwirtschaften wieder auf den Stand vor der Corona-Krise zu bringen. Dass mit der Krise überraschend auch einige Klimaziele erreicht wurden, spielt keine entscheidende Rolle. Die Postwachstumsökonomie will die Wirtschaft so gestalten, dass sie nicht mehr auf ewiges Wachstum angewiesen ist. Im nächsten Webgespräch diskutiert die Monetative e.V. darüber mit dem Postwachstums-Ökonomen und monneta-Mitglied Prof.Dr. Niko Paech von der Universität Siegen, hier einige Publikationen zum Thema.

Das Gespräch findet von 19 – ca. 20 Uhr statt – wie immer auf der Plattform zoom. Bitte melden Sie sich hier an, dann bekommen Sie weitere Informationen und den Zugangslink.

Am 07. November findet in Emmen bei Luzern das Tages-Event zum Thema „Gemeinwohl und Geld- Kann Wirtschaft uns allen dienen“ mit anschließendem Apero-riche-als Teilete, Musik & Tanz.

 

Impuls-Speicher

 

Information zur Corona-Situation

Sollte aufgrund der anhaltender Reise- und Versammlungsbeschränkungen das Event nicht persönlich vor Ort abgehalten werden können, wir Sie online über die kostenlose Plattform Zoom stattfinden. In diesem Fall kann gerne eine zweite Person kostenfrei dazu eingeladen werden. Im Falle einer Sofortüberweisung ist es ebenso auf Wunsch möglich 50% des Ticketpreises zurückerstattet zu bekommen, wenn die Veranstaltung nur online stattfinden kann.

 

Anmeldung unter

https://www.evolve-magazin.de/product/emmen-b-luzern-gemeinwohl-und-geld/oder eine Email an christof.suppiger@bluewin.ch

Eintritt (flexibler Eintrittspreis)
Ticketpreis auf Basis einer flexible Preisstruktur, Richtwert zwischen 90 und 200 Euro pro Person, Wasser, Tee und kleine Snacks inklusive.

 

 

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an evolve-live@evolve-magazin.de

Ende August wird die Monetative ihr Vollgeld-Wochenende (inkl. Monetative-Mitgliederversammlung) nachholen, welches im April abgesagt werden musste.

Schwerpunkt wird ein Bildungskonzept über unsere Geldordnung sein, welches die Monetative sowohl Schulen als auch Trägern von Erwachsenbildung anbieten möchte. Das genaue Programm folgt demnächst.

Covid-19 will be mobilised by the financial industry to push their War on Cash even further, leaving us ever more ensnared within their private digital money empire

 

This article was published on the 3rd of June on the author’s website https://alteredstatesof.money

 

For a number of years I have investigated– and warned about – the War on Cash. This is the slow process by which the banking sector, payments industry, financial technology companies and governments have – in subtle and not-so-subtle ways – tried to wean people off the physical cash system, and to onboard them into the bank-run digital payments system.

Calling it a ‘war’ is controversial, because in the mainstream this process is often described as a peaceful and organic bottom-up move towards a ‘cashless society’ driven by ordinary people. I, on the other hand, characterise it as an aggressive and artificial top-down move towards a ‘bankful society’, driven by the financial industry and many governments. The bankful society is one in which the banks (or platforms built on top of them, such as Paypal) intermediate between even the smallest of payments, seeping between buyers and sellers like a payments chaperone. This consolidates and expands the power of the banking system, gives them enormous amounts of data, and enables them to enter into mega-deals with mega-tech platforms, who also rely on a turn away from cash to facilitate the mega-automation they seek.

The War on Cash prior to Covid-19

The War on Cash has sometimes taken the form of outright attacks (such as when the Indian government aggressively degraded the Indian cash system during their so-called ‘demonetisation’). More often, however, it has taken the form of consistent propaganda (Visa openly talks about their campaign to make cash seem ‘peculiar’ to people), amidst a subtle drive to engineer the market environment in such as way as to make cash increasingly inconvenient to use (such as shutting down ATMs). As these processes unfold, they catalyse network effects in which we find ourselves ‘spontaneously’ beginning to ‘choose’ digital payment (in much the same way that supermarkets inspire kids to ‘choose’ chocolates by placing them at eye level by the checkout counters). Once this catalysing happens, those who wish to resist this turn to the bank system find themselves increasingly forced into compliance by others who have succumbed to it.

But many people still refuse to toe the official banking-meets-tech line, and wish to keep using cash, despite the fact that the economic system around them is increasingly being loaded against this choice. I and others such as Which?, Ralph Nader, Positive Money, and The RSA have come out in praise of cash. We see it as an inclusive, privacy-preserving, public means of payment. I see the aggressive spread of digital payments not only as an attempt to fully privatise the payments system, but also as an attempt to ‘gentrify payments’ – to tell people that they are criminal or dodgy if they do not wish to be absorbed into the giant generic chain institutions of global finance. The payments industry – underpinned by the global banking sector – has managed to convince states that it is noble, or even humanitarian, to make ever-greater numbers of people dependent on the banking system (a system that by no means has their interests at heart), under the cry of ‘financial inclusion’.

Cash is in fact the only form of state money we can hold. In much the same way that casino chips are privately-issued promises (issued by a casino) for cash we might hand in to them as we enter a casino, the ‚money‘ we see in our bank accounts is actually ‘digital chips’ issued to us by those commercial banks. These chips are promises – or IOUs – promising us access to state money. We can pass these digital chips around within the private ecosystems controlled by the banking sector, but every time we go to the ATM we are redeeming those chips to exit the banking system (like walking out of the casino). It follows then, that as ATMs get shut down, our ability to exit the banking system goes down too. We are getting trapped inside their private ecosystems. This is in their commercial interests, which is why for many years the private payments industry has used whatever they can to demonise the public cash system, which competes with them. Rather than being showcased as an inclusive form of public payment, cash is continuously accused of facilitating crime and tax evasion, and has long been cast as unhygienic and ‘dirty’.

The War on Cash After Covid-19

Now, with the onset of the Covid-19 pandemic, this latter argument suddenly seems a lot more visceral to many people. Supermarkets, painfully aware of a duty to prevent the spread of the virus, openly order people to turn away from the public cash system and to use the private banking system for payments (‘please use contactless payment’). It is vital that we always criticise and remain vigilant against the growing corporate domination that surrounds us, but this critique has suddenly taken a back seat to the immediate task of slowing the disease spread.

For big corporates, therefore, this has been a perfect opportunity to consolidate and extend their power. Many of them are already too-big-to-fail and governments always rush to protect and promote them first in the midst of a crisis. We have already seen players like Amazon massively expand their power during Covid (as people stuck at home under lock-down turn even more to the digital giants who already dominate the cyberspace realm), but in the financial sector this same enforced ‘turn to the digital’ is a huge commercial win for the private payments industry (aka. banking industry). They will use Covid forcefully to suppress and undermine cash even more than they already have.

The rise of Amazon and the rise of the digital payments industry is no co-incidence. These players have natural synergies as they all seek to create vast systems of interlocking automation. They wish for, and benefit from, a world in which economies are remotely coordinated via their huge datacentre systems, rather than being negotiated through face-to-face interaction between people on the street. And, while Covid might have forced various forms of positive economic soul-searching amongst people, it has simultaneously played directly into the hands of any player that seeks automation-at-a-distance, which includes both Big Tech and Big Finance.

Indeed, Covid is far more than a blow to the cash system. It is a blow to the face-to-face physical world, which includes cash, but also hugs, doorknobs, shared microphones at karaoke evenings, drunken pub conversations, kissing Tinder dates, dancing at weddings, dancing at beach parties, dancing at church, bench-pressing in the gym, and sharing a cigarette with a friendly stranger you meet outside a nightclub. Yes, cash is another thing in the physical world, and yes, as a physical object it does have the ability to carry viruses. But again, so does every supermarket item, public transport system, Uber car, and – for that matter – digital payments PIN pad.

As an aside, it is in fact not apparent that cash is actually a particular risk compared to other objects in the world. As the Covid pandemic took off, the German Bundesbank (the country’s central bank) issued a press release stating that ‘Cash poses no particular risk of infection for public’, noting that “the probability of becoming ill from handling cash is smaller than from many other objects used in everyday life”. They cited infectiologist (and head of the Frankfurt am Main Health Office) René Gottschalk, who argued that banknotes do not lend themselves to being an infection channel for coronavirus.

Nevertheless, a sloppy journalist at the British newspaper The Telegraph misrepresented the World Health Organisation by writing an opportunistic story claiming that „Dirty banknotes may be spreading the coronavirus, WHO suggests“. This sent the world’s media on an anti-cash bonanza, as they parroted the Telegraph story. This, in turn, prompted the WHO spokesperson to issue a statement saying ‘We did NOT say that cash was transmitting coronavirus’. The damage, however, was already done – it was now official fake news spreading through Daily Mail articles shared on social media and Whatsapp groups.

In the UK, the banking industry took advantage of this, quickly arranging for a rise in the contactless payments limit via the banking lobby group UK Finance. Customers spooked by the dubious anti-cash news articles suddenly found solace in the arms of the banking sector.

The Hidden Side of the Coin

Despite this, statistics show that there was a strong spike in cash withdrawals at the announcement of lock-down. This tells us something very interesting: in the midst of a crisis people value the fact that ‘cash does not crash’. You use cash to exit the unstable and failure-prone banking system, which is why people rush to hoard cash at news of an impending hurricane or war. Central banks refer to this as ‘precautionary demand for cash’.

This alerts us to a broader point, which is that the risks around Covid extend far beyond the actual virus. It has set in motion a major economic downturn, and not only are banks increasingly unstable in the midst of an economic downturn, but they themselves seek to pull back from giving service to those they deem risky. This means they retract lending from small businesses and ignore poorer people who are not as profitable to them as richer people. These people include those who are disparagingly referred to as ‘the unbanked’ or ‚the underbanked‘, whose numbers increase during a crisis. This is to say that anti-cash rhetoric from media, supermarkets and governments has increased at the very same moment that the prime providers of digital payments – the banks – turn away from those who most rely upon cash. Make no mistake: the War on Cash is laden with class dynamics, and is often unthinkingly perpetuated by yuppies who have a natural trust for large institutions (which tend to be set up in their interests).

Perhaps you are one of the people that the banking sector likes to offer products to. Perhaps right now you do feel the pull of the digital, and are choosing to become dependent upon distant corporate datacentres to intermediate your interactions with everyone else. Perhaps in the short term that feels less scary to you than entering a shop with breathing human beings. But, in the longer term, a world in which we isolate ourselves whilst relying upon mega-corporates to stand between us is far more scary. The fact that Amazon CEO Jeff Bezos earns $215 million per day (regardless of whether he turns up to work) is testament to the fact that every time you tell his automated system to send goods to you, you are playing directly into an alliance his company has forged with the banking sector. You use the digital payments system to pay him, and – simultaneously – to pay all the banking execs, while the actual Amazon workers (who face all the frontline risk) make 80 dollars a day.

For centuries the banking sector has rushed head-over-heels to give priority service to people like Bezos while excluding and often exploiting those on the peripheries (misselling products, giving predatory loans, gouging fees and so on). This is why precarious workers have for centuries relied on the cash system, which is public in nature and offers them a way to transact without having to enter a system mostly run on behalf of the Bezos’ of the world.

Amazon, in fact, lobbied against pro-cash legislation in places like Philadelphia because both Big Tech and Big Finance are aligned in their desire to hoover up more people into their ecosystems, and stitch up the economy in a Matrix-like mesh of digital coordination.

Neverthless, while Covid appears to play into this, it is also provoking other reactions in us. After months of being locked down and entering this digital Matrix to interact with the outside world, many people are being forced to grapple with what they really feel about the digital world. Do you really want to live there for the rest of time? A fearful retreat into the digital is a short-term solution, but not a long-term one. In the long-term it could have severely negative consequences.

The fact that people rush out into the parks at the first available opportunity is testament to the fact that we are biological, social creatures. The longer we stay indoors, the greater the latent desire builds up for contact with the physical, for dancing in sweaty nightclubs, for raucous embraces at football matches, and for pub quiz nights where everyone stuffs a £10 note as an entry fee into a beer glass.

So let’s hold our nerve. We will have to learn to touch doorknobs again at some point. We will be more mindful of hygiene, but a sci-fi world of automated doors and remotely initiated digital interactions will never feed the human spirit in the way that a dive bar with swing dancing will. I understand that circumstances force us to experiment with the realm of the digital – and this can be positive, especially when it can be used to cut down unecessary flying (an action which will be needed for the major climate crisis which still awaits ahead of us), but let’s use this time to explore positive alternatives to Big Tech, rather than running into their paternalistic arms.

And, please don’t succumb to the opportunistic push of the payments industry, as they use this situation to push even more in the War on Cash. Yes, cash is physical, and more present to our bodies than the cold crackle of cyberspace. But we too are physical, and a lot more organic than the digital world and the corporations that preside over it. Cash is not our enemy, and those corporates are not our friends.

This article was published on the 3rd of June on the author’s website https://alteredstatesof.money

Die Monetative e.V. veranstaltet in Zeiten der Corona-Krise nun im wöchentlichen Rhythmus Web-Gespräche zu jeweils einem Aspekt des umfangreichen Themas „Monetäre und wirtschaftliche Aspekte der Corona-Krise“. Nach einer kurzen fachlichen Einführung zu Beginn, wird es den Teilnehmern ermöglicht sich in die Diskussion mit einzubringen.

Weitergeführt wird die Reihe am 25.06.2020 um 19 Uhr, das Gespräch wird wieder eine Stunde dauern. Melden Sie sich hier für die Teilnahme am Gespräch an. Experte an diesem Tag wird Dr. Dirk Ehnts sein, welcher über die Thematik „Was schlägt die ‚Modern-money-Theory‘ (MMT) zur Bewältigung der Corona-Schuldenkrise vor“ sprechen wird.

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Am 07. Februar 2020 veranstaltete das Netzwerk Plurale Ökonomik die Tagung „Der nächste Crash als Chance“ in Berlin. Einige der spannenden Vorträge und Podiumsdiskussionen hat monneta an diesem Tag mit der Kamera begleitet.

Prof. Dr. Dr. Helge Peukert referierte zu Beginn der Tagung unter der Überschrift „Rückblick, Status Quo und Ursachen für den nächsten Crash“ und übernahm damit die thematische Einführung an diesem Tag. In seinem knapp 25-Minütigen Vortrag spricht er unter anderem über die Lehren aus dem Crash 2007, Schattenbanken, Blasen und Wachstumszwänge.

 

 

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Am 07. Februar 2020 veranstaltete das Netzwerk Plurale Ökonomik die Tagung „Der nächste Crash als Chance“ in Berlin. Einige der spannenden Vorträge und Podiumsdiskussionen hat monneta an diesem Tag mit der Kamera begleitet.

Marc Friedrich (Friedrich & Weik) war der zweite Keynote-Speaker an diesem Tag. In seinem circa 15-Minütigen Vortrag spricht er über ein mögliches Negativszenario des nächsten Crashs.

 

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Am 07. Februar 2020 veranstaltete das Netzwerk Plurale Ökonomik die Tagung „Der nächste Crash als Chance“ in Berlin. Einige der spannenden Vorträge und Podiumsdiskussionen hat monneta an diesem Tag mit der Kamera begleitet.

Anna Reisch und Lino Zeddies, beides Mitglieder des Netzwerks Plurale Ökonomik, skizzierten im dritten Vortrag des Tages ein mögliches Positiv-Szenario. Anna Reisch verkörperte eine junge Dame aus der Zukunft, welche von den positiven Entwicklungen und dem Finanzsystem ihrer Zeit berichtet und das Publikum dazu auffordert, schon jetzt die Weichen für diese „schöne“ Zukunft zu stellen.