Mit einem Dokumentarfilm von MONNETA, der den Chiemgau als eine Region im Widerstand gegen die Alleinherrschaft von Euro und Dollar zeigt, wird die Regionalwährung „Der Chiemgauer“ im Tagungshaus Wörgl vorgestellt. Anschließend  folgt eine Diskussion mit Stefan Schütz, 1.Vorstands-Vorsitzender des Chiemgauer e.V.

Der Chiemgauer gilt als eine der erfolgreichsten Regionalwährungen im deutschsprachigen Raum. Derzeit sind über
700.000 Chiemgauer in Umlauf. Die Euro-gedeckte Regionalwährung wird von über 3.800 KonsumentInnen genützt,
in über 500 Unternehmen als Zahlungsmittel akzeptiert und brachte bisher über 670.000 Chiemgauer Spendengeld
für gemeinnützige Vereine und Projekte.

Kooperieren statt konkurrieren – und Gemeinsames für die Region bewirken, wie das seit Gründung der Chiemgauer
Regionalwährung 2003 geht, zeigt ein Dokumentarfilm von Kathrin Latsch (Regie) und Oliver Sachs (Kamera). Das
Chiemgauer Regiogeld zirkuliert als Gutscheinsystem und in bargeldloser Form und stärkt regionale
Wirtschaftskreisläufe. Im Rahmen der Euregio Inntal startet nun ein grenzüberschreitendes, EU-gefördertes Projekt
zur Stärkung nachhaltiger Regionalentwicklung und zur Bildungsarbeit im Themenfeld Gestaltung von Geld,
Gesellschaft und Wirtschaft.

Unterguggenberger Institut und Tagungshaus Wörgl laden herzlich ein, der Eintritt ist frei dank Kooperation. Diese
Veranstaltung wird vom EU-Programm Interreg Österreich-Bayern im Rahmen des Projekts „5G – Gemeinsam Grenzüberschreitend Geld und Gesellschaft gestalten“ gefördert.

Eine Einladung zu der Veranstaltung in PDF Format kann hier heruntergeladen werden.

In the wake of the 2008 crisis, governments worldwide have rescued the financial system at a high societal cost, yet without a systemic reform to correct its weaknesses. Today a broad reflection is emerging on how to create a more stable financial system at the service of people and planet. Many actors inside and outside of the financial sector are pushing past current practices and mind-sets with a view to making our money more sustainable.
A shift in the financial system seems well underway. Technologies like Blockchain allow a range of societal actors to create decentralised money systems. Civil society actors put pressure on the financial sector to act more responsibly. And if Facebook’s 2,3 billion users accept Libra as means of exchange, the monopoly of fiat money will be a thing of the past. How can policy makers ensure all these evolutions contribute to a sustainable and just world?

IN THIS CONTEXT THE WORK OF BERNARD LIETAER (1942-2019) ON SUSTAINABLE FINANCIAL ECOSYSTEMS IS MORE RELEVANT THAN EVER.

The aim of this think tank event organised by the Club of Rome EU-chapter is to explore the core insights of his work, and to discuss with participants the leverages at policy level that are needed today.
More information on facebook.
Digitales Zentralbankgeld als Lösung für die nächste Rezession?

Angesichts der aufkommenden Krisentendenzen und Unterschreitung des Inflationsziels sehen sich Zentralbanken zunehmend der Kritik ausgesetzt, dass die Wirksamkeit der vorhandenen geldpolitischen Steuerungsinstrumente erschöpft ist. Es werden dabei Rufe nach noch unkonventionelleren Maßnahmen laut. So spricht sich Philipp Hildebrand, der ehemalige Präsident der Schweizerischen Nationalbank, für einen „going direct“-Ansatz aus, bei dem die Zentralbank neues Geld direkt an die Bürger verteilen soll. An einer Möglichkeit die Infrastruktur für ein solches „Helikoptergeld“ zur Verfügung zu stellen, wird derzeit von einer großen Mehrheit der Zentralbanken weltweit geforscht. Die Rede ist von Digitalem Zentralbankgeld, bei dem jeder Bürger direkt oder indirekt Zugriff auf ein Konto bei der Zentralbank haben soll. Auch die Politik setzt sich mit dem Thema inzwischen intensiver auseinander, was in dem Positionspapier der CDU deutlich wird, worin ein „Digitaler Euro“ gefordert wird. Dieser soll aber primär gegen vorhandenes Geld herausgegeben werden und ein Gegenpol zu Facebook’s angekündigter Weltwährung Libra bilden.

Auf unserer diesjährigen Jahrestagung wird sich alles rund um das spannende Themengebiet digitales Zentralbankgeld drehen. Neben dem aktuellen Stand und Entwicklungen von digitalem Zentralbankgeld soll diskutiert werden, ob digitales Zentralbankgeld die geldpolitischen Instrumente der Zentralbank sinnvoll erweitern kann. Zudem werden Implikationen für das Finanzsystem dargestellt sowie das Verhältnis zu privaten Währungen. Ferner soll die Frage debattiert werden, ob digitales Zentralbankgeld ausreichend für ein gerechtes, nachhaltiges und stabiles Geldsystem ist oder dies eine Vollgeldreform erfordert.

Mehr Information und Anmeldung auf https://monetative.de/jahrestagung-2019/

International conference on complementary currencies:

The Complementary Currencies and Societal Challenges conference will be held in Brussels, Belgium, organised by the Centre for European Research in Microfinance (CERMi) and the Research Association on Monetary Innovation and Community and Complementary Currency Systems (RAMICS).

The event is designed to include academic and practitioner knowledge and will be organized in two days:

 

  • November 21 (evening) – Closing event of (E)change Bruxelles project co-organized with Financité

This social event closes the (E)change Bruxelles action-research project co-organized between the Universite libre de Bruxelles and Financite. It celebrates the emergence of the new Brussels local currency ‘La Zinne’. Researchers participating to the research seminar of the 22nd November are welcome to join this social event, although it is not compulsory.

  • November 22: A research seminar (in English) on the following 5 themes:

–          CC and urban resilience

–          CC and civil society

–          Technology and CC

–          CC and entrepreneurship

–          Ethics and CC

The surge of growth of cryptocurrencies and digital money have recently caught the attention of both management scholars and practitioners (Brière et al., 2015; Dodgson et al., 2015; Iansiti & Lakhani, 2017; Lehr & Lamb, 2018; Michelman, 2017; Posnett, 2015; Vergne & Swain, 2017). However, cryptocurrencies are only one of the latest forms of complementary currencies (Blanc, 2016). Before the emergence of cryptocurrencies, complementary currencies were mainly conceived of and issued by citizens, nonprofits, businesses, and even local public administrations, and circulated within a defined geographical region or community (Cohen, 2017; Dissaux & Fare, 2017; Guéorguieva-Bringuier & Ottaviani, 2018; Lietaer, 2001). Also known as local, social, regional and alternative currencies, these complementary currency systems are often developed to respond to societal needs and aspirations that official currencies do not address (Meyer & Hudon, 2017; Fraňková et al., 2017; North, 2007). Specifically, they can be designed to promote sustainable behavior, build community social capital, and foster trade and local development (Blanc & Fare, 2013; Collom, 2007; Gomez & Helmsing, 2008; Marshall & O’Neill, 2018; Seyfang & Longhurst, 2013). For example, inter-enterprise currencies are mainly used in business-to-business networks in order to facilitate the exchange of goods and services between small and medium-sized enterprises (Meyer & Hudon, Forthcoming; Stodder, 2009).

Complementary currencies are socio-economic innovations aiming to address societal challenges of social cohesion, economic inclusion and environmental preservation (Stodder, 2009; Joachain & Klopfert, 2014; Michel & Hudon, 2015, Sanz, 2016). This conference aims to gather researchers and practitioners to explore and debate the potential of complementary currencies for sustainable development and socio-economic resilience (Ulanowicz et al., 2009; Gregory, 2014; Graugaard, 2012). We believe that the topic is one that is predestined for cross-disciplinary research and for thinking beyond established boundaries. We invite conceptual and empirical submissions drawing on a range of theoretical perspectives and diverse methodologies to explore complementary currencies, including researchers working on cryptocurrencies.

For questions, please contact the organisers: Marek Hudon (mhudon@ulb.ac.be); Hélène Joachain (helene.joachain@ulb.ac.be) and Camille Meyer (cmeyer@uvic.ca)

 

Die Tagung, organisiert vom Netzwerk Plurale Ökonomik, soll Entscheidungsträger*innen in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen bringen, um das Thema einer nächsten Finanzkrise in den Vordergrund zu rücken und so neue Impulse für eine zukunftsweisende Debatte zu geben. Dabei sollen keineswegs pessimistische Katastrophenszenarien heraufbeschworen, sondern die große Vielfalt an politischen Handlungsoptionen und visionären Reformmöglichkeiten aufgezeigt werden. Im Dialog mit verschiedensten Stakeholdern soll diskutiert werden, welche geld- und finanzpolitischen Reformen und Weichenstellungen nötig sind, um den multiplen Herausforderungen einer komplexen Welt zu begegnen und ein nachhaltiges, gerechtes und stabiles Geld- und Finanzsystem aufzubauen.

Mehr Informationen und Anmeldung auf https://naechstercrash-tagung.de

 

Am 10. August ist unser Freund und langjähriger Arbeitskollege Otmar Donnenberg im Alter von 79 Jahren gestorben. Darüber sind wir noch so erschrocken, dass wir den Nachruf in Form eines Briefes geschrieben haben, den wir ihm gerne noch hätten zukommen lassen.

 

Lieber Otmar,

Du fehlst. Nicht nur unserem Freundeskreis bei MONNETA, nicht nur Deiner Familie, Deinen Freunden und vielen Weggefährten durch Dein bewegtes Leben. Nein, Menschen wie Dich findet man selten. Diese Kombination aus einem engagierten Lehrer, Unternehmer, Berater und Sozialreformer waren ziemlich einzigartig. Ebenso wie Dein zielgenauer Blick für das Wesentliche, der uns so häufig zu dem zurückgeführt hat, was wir Menschen wirklich brauchen.

Du hast so viel geleistet in Deinem Leben z.B.:

  • für die Organisationsentwicklung, die eine neue Methode war, als Du damit anfingst,
  • für die maßgebliche Weiterentwicklung des Action-Learning, die in Deinem Buch nachgelesen werden kann,
  • für Gemeinschaften und Menschen, die Du als Coach betreut hast,
  • für Gruppen, denen Du als Mediator und Moderator geholfen hast ihre Potentiale besser zu entfalten
  • für die Nutzung der Soziokratie auch in Unternehmen,
  • für ein ethisches Banking, z.B. bei der Triodos-Bank in den Niederlanden, die Du mitgegründet hast,
  • für Lernstrategien der Veränderung z.B. bei der Transition-Bewegung, der Regionalentwicklung und der Gemeinwohl-Ökonomie

Diese Aufzählung ließe sich noch um einiges verlängern.

Menschlich überaus beeindruckend waren darüber hinaus Dein mutiger, tapferer und bewusster Umgang mit Krankheit und Tod. Seit 2008 wusstest Du von Deiner Knochenmarkserkrankung. Du hast die Leukämie mit Hilfe Deiner Frau so viele Jahre gut in Schach gehalten. So gut, dass wir noch im Juni dachten: Jetzt ist Otmar endlich über den Berg! Dann aber kam eine Infektion, die sich hartnäckig ausgebreitet hat, genauso wie die weißen Blutkörperchen. Letztendlich hat Deine bewusste Entscheidung auf weitere Behandlung zu verzichten und nach Hause zu gehen, sogar die behandelnde Ärztin zum Weinen gebracht.

Geschöpft hast Du Deine Kraft aus einer tiefen Spiritualität, die Dich z.B. immer wieder nach Dornach geführt hat. Dort hast Du den Faust von Goethe in voller Länge erlebt und ebenso die Mysteriendramen von Steiner. Für Dich waren das nicht nur Schauspiele, sondern ständige lebendige Quellen für Ideen und Inspirationen. Die Begegnung mit Bernard Lievegoed hat Dich zu Deinem Lebensthema geführt, zur „Kultivierung der Herzen“, das Du auch an vielen beruflichen Stationen praktizieren konntest. Auf gesellschaftlicher Ebene gab es für Dich ebenfalls einen Ansatz der Kultivierung durch eine Dreigliederung von Gesellschaft und Unternehmen. Das Kulturleben sollte nach Deiner Auffassung durch das Prinzip der Freiheit geprägt sein, das Rechtsleben durch das Prinzip der Gleichheit und das Wirtschaftsleben durch das Prinzip der Geschwisterlichkeit. Gewehrt hast Du Dich dagegen, Schulen und Bildung dem Gleichheitsprinzip des Staates zu unterwerfen, ebenso warst Du dagegen Wirtschaft als puren globalen und freien Wettbewerb zu gestalten, da dieses Übermaß an Freiheit im Wirtschaftsleben zur Übermacht der Konzerne und zur Monopolisierung führen würde.

Dein Mut und starker Wille Dinge zu Ende zu denken, führten auch zu der Erkenntnis, welche umfassende Bedeutung das Geldwesen, die Finanzwirtschaft und Währungssysteme für unsere Gesellschaft, unser Denken und unsere Kommunikation haben. Du wusstest wie viel man erreichen kann, wenn man dort ansetzt und zum Beispiel mit Komplementärwährungen und mit praktischen neuen Handlungsmöglichkeiten auch das Bewusstsein der Menschen verändert. Ja, Geld ist ein Tauschmittel und gesellschaftliches Gestaltungsmittel, das wir mitgestalten sollten. Deshalb hast Du Dich für Regionalwährungen, Zeit-Tausch-Systeme und Verbesserung der lokalen Netzwerke eingesetzt. Und um etwas gegen die zunehmende Ungleichheit und für eine gerechtere Verteilung zu tun. Es gab Rückschläge z.B. bei der Regionalwährung „Dreyecker“, die Du mitgegründet hast. Dennoch hat das Deinen grundsätzlichen Optimismus nicht erschüttert. Du hast dem Kritiker der Wachstumswirtschaft Tim Jackson zugestimmt, der sagte „Pessimismus ist ein Akt des Verstandes, Optimismus ein Akt des Willens. Wir gewinnen nicht durch Pessimismus, sondern durch eine optimistische Haltung.“ In diesem Sinne sehen wir Dich als einen willensstarken Optimisten, der bis zuletzt voller Elan dabei war, Regiogeld-Initiativen miteinander zu vernetzen und das kooperative Denken anzuregen. Die Themen, für die Du Dich engagiert hast, wollen wir in diesem Sinne weiter voranbringen.

Wir danken Dir aus tiefen Herzen für all das Gute, das Du für uns getan hast!

Kathrin Latsch und Christian Gelleri

Nach mehren Jahren mühevoller Kampagnenarbeit haben es mehrer Finanzreform-Gruppen in Kalifornien endlich erreicht, dass öffentliche Banken nun per Gesetz möglich sind. Damit ist Kalifornien neben North Dakota, wo es seit vielen Jahrzehnten die einzige öffentliche Bank der USA gibt, der einzige Bundestaat wo dies explizit möglich ist.

Zuvor hatten Gruppen in Berkeley, Oakland und San Franzisco versucht ohne gesetzliche Absicherung eine solche Bank für und durch ihre Stadtverwaltungen zu etablieren, sind aber bei Politikern und Lobbygruppen auf Widerstand gestoßen (wir berichteten in unserem Newsletter in 2017). Das neue Gesetz ermöglicht es Städten, Gemeinden und dem Staat Kalifornien nun, Banken wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau zu gründen und damit nicht mehr auf kommerziellen Banken und deren Geschäftsmodelle angewiesen zu sein.

Mehr dazu z.B. in der LA Times von 02.10.2019 und ein ausführlicher Pressespiegel der „california Public Banking Alliance“ vom 11. Oktober findet sich hier.

Verursachen Fehler in unserem Geldsystem immer wieder Finanzkrisen? Systemkritische Fragen blieben in der Finanzkrise bislang unterbelichtet. Der neue Film »Fehler im Geldsystem?« zeigt in 7 ½ Minuten in anschaulichen Grafiken welche Folgen Zins und Zinseszins in der Finanzwirtschaft haben und wie systematisch von der großen Mehrheit der Bevölkerung zu den Vermögenden umverteilt wird.

Das Video wurde als Einspielfilm für Vorträge konzipiert und endet deshalb mit der Frage: „Wie können wir es besser machen?“, die anschließend diskutiert werden kann.

Dieses Video kann kostenlos auf der Vimeo Webseite heruntergeladen werden.

A 10min video by the NGO for regional development www.Regionalentwicklung.de
What are regional currencies? Regional/local currencies are a relatively new phenomenon in economy. Since in 2003 the „Chiemgauer“, a local currency at the lake Chiemsee (Germany) started off, the project has inspired many similar projects, and enriched the ideas about how money can function a lot. Regional currencies are a medium of exchange designed for a certain region, which are used in addition to the currency of the country.