In jüngster Zeit etabliert sich eine neue makroökonomische Denkschule, die aus den USA kommend als „Modern Monetary Theory“ bezeichnet wird. Das auch unter der Abkürzung MMT bekannte Theoriegebäude bekommt inzwischen zunehmend Aufmerksamkeit.
Mit Stephanie Kelton war eine der führenden MMT-Ökonomen Beraterin des US-Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders. Öffentlich bekannt ist auch Pavlina Tcherneva mit ihren wissenschaftlichen Studien zu ökonomischer Ungleichheit. Dieser Artikel enthält eine kurze Darstellung der MMT, in der auch die wichtigsten Kritikpunkte behandelt werden.

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Für die Einführung des Euro gab es unterschiedliche Motive. Er wurde als Baustein einer „immer engeren Union“ der EU Mitgliedstaaten präsentiert. Darüber hinaus, obschon offiziell heruntergespielt, sollte die Europäische Währungsunion (EWU) ein zweites Weltfinanzzentrum werden, das dem ‚exorbitanten Privileg‘ des US Dollars als einziger bedeutender Weltwährung etwas entgegensetzen würde. Ein anderes Motiv, speziell im Zusammenhang der deutschen Wiedervereinigung nach 1989, bestand darin, wie zuvor schon im Fall der NATO und der Europäischen Verträge von 1957, Deutschland fest einzubinden.

Diesen Artikel als pdf-Datei herunterladen: Huber – Der Euro – sein Woher und Wohin

 

 

Diese Übersicht über die rechtliche Themen, welche die Einführung komplementärer Währungen in Deutschland betreffen wurde von Rechtsanwalt, und Vorsitzendem der Regiogeld e.V., Frank Jansky im Jahre 2015 für das EU Projekt „Community Currencies in Action“ erstellt. Sie wurde zusammen mit entsprechenden Arbeiten zu der Situation in den Niederlanden, Frankreich, Großbritannien und Belgien, sowie generellen Vergleichen zu den rechtlichen Belangen verschiedener Währungsmodelle, auf der Projektwebseite CCIA.eu veröffentlicht.

Das Dokument kann als PDF hier heruntergeladen werden: Jansky: Rechtliche Themen zu Komplementärwährungen in Deutschland (2015)

Von Ludwig Schuster und Margrit Kennedy.

Veröffentlicht in: Zeitschrift für Sozialökonomie Nr. 170/171, Oktober 2011

Das Projekt Europa ist bedroht. Das Dilemma der derzeitigen PIIGS–Staaten (Portugal, Irland, Italien, Griechenland, Spanien) zeigt, dass Europas Währungsunion ein struktureller Fehler zugrunde liegt. Als der Euro eingeführt wurde, warfen die Beitrittsländer wichtige wirtschaftliche Regulierungsmechanismen über Bord – und somit die Möglichkeit, die eigenen Wechselkurse anzupassen und geldpolitische Instrumente einzusetzen, um leistungsschwache Staaten jenseits finanzieller Transfers zu unterstützen.

Den Aufsatz als PDF herunterladen (678 KB).

In der gegenwärtigen Wirtschafts- und Finanzkrise werden wieder vermehrt Alternati-
ven zum bestehenden Geldsystem diskutiert. Das vorliegende Discussion Paper bietet
einen Literaturüberblick zu ausgewählten alternativen Geldkonzepten. Zum einen wer-
den Ansätze der Systemergänzung durch Komplementärwährungen identifiziert, wel-
che meist auf lokaler oder regionaler Ebene Dysfunktionalitäten des staatlichen Geldes
ausgleichen wollen. Zum anderen werden verschiedene Vorschläge zur umfassenden
Systemreform diskutiert, bei denen die Steuerung der Geldmenge entweder zentral
durch gestärkte Zentralbanken oder dezentral durch die Marktteilnehmer selbst vor-
gesehen ist. Der vorliegende Bericht zeigt, inwieweit die dargestellten Konzepte sich im
Hinblick auf die ihnen zugrunde liegende Problemanalyse, auf die Bedeutung der ver-
schiedenen Geldfunktionen, auf die Steuerungsebenen und -mechanismen sowie ihrer
grundlegenden Zielsetzungen unterscheiden.

Die Studie von Philipp Degens, 2012, als PDF-Dokument herunterladen

 

Von Caspar Dohmen:

Mit der Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers begann 2008 die Wirtschaftskrise, und noch immer sind Politiker damit beschäftigt, Banken zu stabilisieren. Jetzt will ein Verein aus Bankern und Bürgern beweisen, dass ein anderes Geschäftsmodell möglich ist, wenn Anleger auf Zinsen verzichten und beim Bankgeschäft andere Regeln gelten. 2013 soll in Österreich die erste “demokratische Bank” eröffnet werden. Dass solche Alternativen funktionieren können, zeigen die GLS Bank, Triodos oder die Umweltbank. Sie agieren jedoch bis heute in einer Nische. Können sie da herauskommen oder werden die Platzhirsche ihre Bemühungen hintertreiben, um sie von den Finanzmärkten zu drängen?

Produktion: SWR 2013
Redaktion: Wolfram Wessels

Informationen zur Sendung finden Sie unter www.ARD.de

Das Manuskript der Sendung können Sie hier als .pdf (496 KB) herunterladen.

Neue Studie zu innovativen Konzepten für kommunale Währungen.
von Anna-Lisa Schmalz, München, 24.07.2013

Städte und Gemeinden sind an einer stabilen wirtschaftlichen Lage der lokalen Unternehmen interessiert. Neben dem Anliegen, die regionale Wirtschaft zu fördern, gibt es wohl in jeder Kommune soziale, kulturelle oder ökologische Ziele, die wegen fehlendem Geld im kommunalen Haushalt nicht im gewünschten Ausmaß unterstützt werden können. Eine Regionalwährung kann passend zu diesen Anliegen konzipiert werden, so dass die dafür notwendigen Haushaltsbudgets deutlich geringer ausfallen. Sie kann Kaufkraft in der Region binden und so auch kleinen und mittleren Unternehmen zusätzlichen Auftrieb geben.

Zur Autorin:

Anna-Lisa Schmalz arbeitet in München und ist Diplom-Mathematikerin und Informatikerin. Sie hat unter anderem an Software für Banken und Versicherungen mitgearbeitet. Seit 2009 widmet sie sich in Theorie und Praxis dem Thema Komplementärwährungen. Als Mitarbeiterin bei der Dachauer Regionalwährung Amper-Taler hat sie deren Anschluss an die Regios eG Rosenheim maßgeblich mit vorbereitet. 2010 schrieb sie ein Konzept für Regionale Wirtschaftsgemeinschaften, auf dessen Basis die ReWiG München eG (Januar 2011), die ReWiG Schlehdorf eG (Januar 2012) und die ReWiG Allgäu eG (Juli 2012) gegründet wurde. Seit der Gründung ist sie Vorstand der ReWiG München eG. Sie berät Initiativen bei der Einführung einer Komplementärwährung und hält Vorträge und Workshops zu verschiedenen Themen in diesem Bereich.

Die Studie als PDF-Dokument herunterladen (779 KB, Creative Commons Lizenz CC BY-SA 3.0)

Am 24. Juli 2012 hatte der Bundesverband mittelständischer Wirtschaft (BVMW) in Kooperation mit MONNETA in Berlin zu einem Workshop zum Thema Parallelwährungen eingeladen. Die Vorträge und Arbeitsergebnisse sind in diesem Sammelband veröffentlicht.

Der Tenor: Parallelwährungen könnten den Abwärtstrend umkehren. „Parallelwährungen bieten Krisenstaaten wie Griechenland die Chance, langfristig im Euro zu bleiben und gleichzeitig gezielt die heimische Wirtschaft wiederzubeleben.“ Parallelwährungen seien deshalb besser als die anderen bisher diskutieren Maßnahmen geeignet, die Integrität der Euro‐Zone zu bewahren und neue Ventile zu schaffen, durch die der Druck der wirtschaftlichen Ungleichgewichte abgebaut werden kann.

In der Abschlusserklärung fordern die Unterzeichner die Verantwortlichen auf, Alternativen zur derzeitigen Euro‐Krisenpolitik zu prüfen. Darin heißt es: „Bei einer Parallelwährung wird zusätzlich zum Euro eine weitere Währung eingeführt. Dadurch können Defizitländer wettbewerbsfähiger werden und die Europäische Währungsunion bleibt in den Grundzügen erhalten.“ Die Einrichtung einer Parallelwährung, die auch mit Artikel 128 AEUV vereinbar ist, bewerten sie als „eine ökonomisch überzeugende und politisch durchsetzbare Alternative.“ Dadurch könnten Defizitländer wettbewerbsfähiger werden und die Europäische Währungsunion bliebe in den Grundzügen erhalten, so die Unterzeichner.

Nach Ansicht von BVMW‐Präsident Ohoven sei es „notwendig zu fragen, ob es nicht bessere Ansätze als den derzeitigen Kurs gibt.“ Bisher sei noch jeder Euro‐Gipfel als final und jedes neue Rettungspaket als alternativlos verkauft worden. Die Suche nach dauerhaft wirksamen Alternativen sei hingegen zu lange vernachlässigt worden. Mit einer Parallelwährung würde die Bevölkerung neue Chancen erkennen und auch die notwendigen Strukturreformen stärker unterstützen, so Ohoven.

MONNETA hatte bereits im Vorfeld eine Übersicht aktueller Parallelwährungs-Vorschläge für die Eurozone vorgestellt und einen Aufruf gestartet. Den Vorschlag für eine Parallelwährung unterzeichneten damals 160 Fachleute.

Den Sammelband des BVMW als PDF-Dokument (1,8 MB) herunterladen

Infrage steht hin und wieder, ob unser Finanzsystem nicht einer grundsätzlichen Reform bedarf, wobei die Richtung dieser Reform umstritten, wenngleich längst nicht in einem breiten gesellschaftlichen Diskurs gemündet ist. Auch und gerade die Grenzen der fossilen Energeträger, auf denen der Industrialisierungsprozess der vergangenen 150 Jahre aufsetzt, rückt zunehmend in den Fokus. Sowohl die Instabilität des Finanzsystems wie das mögliche Erreichen eines Höhepunktes in der Energieerzeugung (Peak Energy) fordern uns auf, über grundlegende Systemänderungen nachzudenken. Die Idee, neue Währungssysteme mit Energie zu koppeln macht dabei durchaus Sinn, denn sowohl in der wirtschaftshistorischen Rückschau als auch beim genauen Blick auf diese beiden Elemente (Währungen + Energie) finden sich interessante Ähnlichkeiten und Verbindungen.

Von Norbert Rost

Diesen Artikel als pdf-Datei herunterladen: Energiewährungen – Grenzen und Wege

von Dr. Eva-Maria Hubert, in: Zeitschrift für Sozialökonomie (ZfSÖ) 172/173, Mai 2012

Was ist Geld? Wer denkt, das ist doch ganz einfach, es ist ein Zahlungsmittel, der hat Recht. Geld ist Zahlungsmittel. Zahlungsmittel zu sein, das ist seine ureigenste Aufgabe – und zwar unabhängig davon, ob es als Muschel-, Weizen-, Münz- oder Papiergeld, ob es als Zeit- oder Internetwährung auftritt. Zusätzlich kann Geld auch als Rechenmittel und Wertspeicher dienen. Doch das „Agens Geld“ ist weit mehr: Es ist eine Sozialtechnik und zwar eine, die sich über Jahrtausende hin entwickelte und immer noch weiterentwickelt.

Aufsatz im Original herunterladen (PDF-Dokument, 78 KB)

Beiträge

Wie kann Geld zu einem Ausdruck menschlicher Werte werden?

Solange wir dem Fehler in unserem Sprachgebrauch aufsitzen, das Wort “Geld” mit konventionellen Währungen – in unserem Fall also dem Euro – gleichzusetzen, werden menschliche Werte sich leider einen anderen Ausdruck suchen müssen.

Geld ist eine abstrakt Idee, die erst durch Währungen in ganz unterschiedlichen Formen ihre real-weltliche Umsetzung findet. Die grundlegende Idee des Geldes ist dabei […]

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Das «Bargeldproblem»: Ein Denkfehler, der sich weiter ausbreitet!

Vor einigen Monaten ist ein neues «Working Paper» des Internationalen Währungsfonds (IWF) erschienen, das sich mit der Frage befasst, ob man das Bargeld vom elektronischen Geld trennen könnte. Es geht dabei um ein Problem, dass die Zentralbanken identifiziert haben, als sie begannen, negative Zinsen in der Geldpolitik einzuführen. Dabei können zwar elektronische gespeicherte Vermögen auf […]

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31
Okt

Intensiv-Fachtagung: Money and Sustainability

Neue Währungen als Schlüssel zu nachhaltiger Entwicklung und Klimaschutz – Wo steckt der Wurm drin bei nachhaltiger Entwicklung und Klimaschutz? Seit Jahrzehnten arbeiten Umwelt- und Entwicklungsorganisationen daran, ökologischen, sozialen und nachhaltigen Prozessen und Strukturen auf dieser Welt zum Durchbruch zu verhelfen, doch laufend treten neue Probleme auf. Vieles wurde schon versucht, um die überbordende Wirtschaft […]

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21
Nov

CCs and societal challenges: Crossing academic and practitioners knowledges/perspectives

International conference on complementary currencies: The Complementary Currencies and Societal Challenges conference will be held in Brussels, Belgium, organised by the Centre for European Research in Microfinance (CERMi) and the Research Association on Monetary Innovation and Community and Complementary Currency Systems (RAMICS). The event is designed to include academic and practitioner knowledge and will be organized in […]

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