Heike Isenschmid berät als Financial Coach selbstständig Firmen, Institutionen und Privatpersonen. Sie arbeitete als Beraterin für zwei Banken, die Credit Suisse und die UBS. Davor war sie über 16 Jahre, auch in führenden Positionen, u.a. im IT-Management für große Bank kunden weltweit tätig. Durch ihre Zusammenarbeit mit leitenden Mitarbeitern von am Markt agierenden Unternehmen hat sie umfassende Kenntnisse über die Anforderungen und finanziellen Zielsetzungen von Firmen sowie des gesamten Finanzmarktes erworben. Während ihrer Zeit bei UBS engagierte sie sich für den Aufbau eines Unternehmerinnen-Netzwerkes sowie für „social responsible investments“.

Seit 2007, im Zusammenhang mit den großen Herausforderungen für die Banken, begann sie das heutige globale Finanzsystem mit anderen Augen zu sehen. Zusammen mit einem Netzwerk von Finanzreformern konzipierte sie ein nachhaltiges, Resourcen schonendes, ethisches Finanzinstitut und bereitet dessen Gründung vor.

Sie unterstützt mehrere Gruppen von Finanzreformern aktiv bei der Aufklärung über die Ursachen der Finanzkrise und der Entwicklung möglicher Lösungswege. Dabei ist es ihr ein Anliegen, dass Transparenz und langfristige Nachhaltigkeit im Mittelpunkt stehen.

Heike Isenschmid ist verheiratet, hat 2 Söhne und lebt in Meilen / Zürich.

E-Mail: heike.isenschmid (at) fairshare-am.com

http://fairshare-am.com

„Der ACKER-MANN bestellt unter Mühen den realen Acker und erntet am realen Markt einen bescheidenen REALEN GEWINN. Der ACKERMANN hingegen bestellt den Finanzacker und erntet ohne Mühen an den Finanzmärkten unmäßige UMVERTEILUNGSGEWINNE. Die Finanzwirtschaft koppelt sich immer mehr von der Realwirtschaft ab und fungiert in zunehmendem Maße gleichsam als gewaltige Umverteilungsmaschine, die immer mehr Geld großflächig absaugt, um es an Wenige zu verteilen. Anhand des Begriffes des „Umverteilungsgewinnes“ wird untersucht, wie dies möglich ist. Dabei wird ein Gewinn dann als Umverteilungsgewinn bezeichnet, wenn kein realer Mehrwert geschaffen wird und der Gewinn des einen gleich hoch ist wie der Verlust von anderen. Generell sind Umverteilungsgewinne als schädlich für die Gesellschaft zu betrachten. Sie sind wesentlich für die zunehmende Ungleichheit in unserer Gesellschaft und die Instabilität unseres Finanzsystems verantwortlich. Die wesentlichen Mechanismen, die auf den Finanzmärkten zu Umverteilungsgewinnen führen, sind:

  • Marktmanipulation
  • asymmetrische Information
  • Komplexität der „innovativen“ Finanzprodukte
  • ein vergrößerter Graubereich zwischen legalen und illegalen Methoden
  • unterschiedliche Machtverhältnisse zwischen Real- und Finanzwirtschaft
  • Machtmissbrauch

Es ist daher eine vordringliche Aufgabe von Politik und Wissenschaft, das Bewusstsein für diese Problematik zu fördern und Wege zu finden, diese Entwicklung durch effektive, durchsetzbare und überwachbare Regulierungen einzuschränken.

Die wesentlichen Mechanismen, die im Bankensektor zu Umverteilungsgewinnen führen oder diese verstärken, sind:

  • Bilanzmanipulationen, die u.a. durch das fair-value Prinzip in den IFRSRegeln erleichtert wird
  • Steueroasen
  • Eigengeschäfte der Banken
  • Bankenrettung durch den Staat

Eine der wesentlichen Schlussfolgerungen besteht daher in der Forderung der strengen Trennung des Bankensystems in Geschäftsbanken, die keine Eigengeschäfte durchführen dürfen und Investmentbanken, denen dies erlaubt ist. Damit werden auch die dahinterliegenden Risiken getrennt und für den Anleger sichtbar gemacht. Die Finanzierung des Staates über Verschuldung mittels Staatsanleihen ist bei Weitem die teuerste Form der Staatsfinanzierung. Auch führen Staatsanleihen über die Zinszahlungen zu einem laufenden Umverteilungsgewinn, zumindest in dem Ausmaß wie die realen Zinsraten über den realen Wachstumsraten liegen.

Durch direkte staatliche Geldschöpfung könnte die Staatsverschuldung deutlich und auf ein für die Gesellschaft verträgliches Maß reduziert werden. Die notwendige Schiedsrichterfunktion über die Staatsgebarung den Finanzmärkten zu übertragen, ist nicht nur die teuerste Form sondern auch ineffizient. Daher scheint die Übertragung dieser Aufgabe an eine möglichst unabhängige, nur den staatlichen Prinzipien verpflichtete und in der Unabhängigkeit gestärkte Notenbank als 4. Gewalt im Staat nicht nur die wesentlich billigere sondern wahrscheinlich auch die bessere Methode zu sein.

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