von Christoph Pfluger

Während die Menschheit jahrtausendelang mehr oder weniger nachhaltig lebte, setzte ab etwa 1750 eine verheerende Dynamik ein – mit exponentiellem Wachstum der Bevölkerung, des Verbrauchs und der Zerstörung. Was ist eigentlich mit uns geschehen?

Die Wachstumskritik ist sich einig: Weil der Mensch immer mehr will, müssen wir ständig wachsen. Das klingt plausibel, aber stimmt es auch? Der Mensch hat schon immer versucht, seine Lebensbedingungen zu verbessern, ohne damit gleich eine zerstörerische, exponentielle Dynamik loszutreten. Zwar hatten die Römer zur Beheizung ihrer luxuriösen Thermen Italien abgeholzt – aber insgesamt blieb die menschliche Zivilisation einigermassen nachhaltig. Das Auf und Ab der natürlichen Zyklen wies sie in ihre Grenzen.

Wenn die Wachstumskritik also fordert, wir müssten weniger wollen, greift sie zu kurz und vor allem macht sie keine Aussagen über die Ursache der verhängnisvollen Dynamik, die den Planeten Erde an den Rand des Abgrunds drängt. Evidentes exponentielles Wachstum hatten wir nicht schon immer, es plagt uns erst seit neuerer Zeit. Das Verheerende an dieser Form von Wachstum ist unsere Blindheit für seinen naturfremden Charakter. Exponentielles Wachstum kommt in der Biosphäre, wo alles wächst, gedeiht und wieder zerfällt, nur in kurzen Phasen vor. Aber ewiges Wachstum in einer endlichen Welt ist nicht möglich, und deshalb können wir es mit unserer an der Evolution geschulten Wahrnehmung auch nicht erkennen.

Den ganzen Artikel im Original lesen (PDF-Dokument, 331 KB)

Mehr zum Thema Wachstum in Zeitpunkt 112 – Downsizing

Ursachen der Finanz- und Wirtschaftskrise: Tumorartige Selbstvermehrung der Geldvermögen.

Von Helmut Creutz

„Spekulationen richten keinen Schaden an, wenn sie nur Blasen auf einem ruhigen Strom von Unternehmertätigkeit sind.
Die Lage ist aber ernst, wenn die Unternehmertätigkeit zur Blase auf einem Strudel von Spekulationen wird.“
John Maynard Keynes

Über die Hintergründe unserer derzeitigen Banken- und Wirtschaftskrise, als Folge der Einbrüche auf den Finanzmärkten, wird fast genau so viel spekuliert, wie vorher an den Börsen dieser Welt. Als Ursache für diesen Einbruchwerden die fragwürdigen Immobilienkredite ebenso angeführt wie die mangelnden staatlichen Regulierungen, die falsche Geld- und Zinspolitik der Notenbanken oder auch die Gier der Menschen. Die tatsächlich auslösende Ursache würde jedoch bisher so gut wei nie angesprochen: Das seit Jahrzehnten andauernde Überwachstum der Geldvermögen!

Beitrag im Original lesen