„Der ACKER-MANN bestellt unter Mühen den realen Acker und erntet am realen Markt einen bescheidenen REALEN GEWINN. Der ACKERMANN hingegen bestellt den Finanzacker und erntet ohne Mühen an den Finanzmärkten unmäßige UMVERTEILUNGSGEWINNE. Die Finanzwirtschaft koppelt sich immer mehr von der Realwirtschaft ab und fungiert in zunehmendem Maße gleichsam als gewaltige Umverteilungsmaschine, die immer mehr Geld großflächig absaugt, um es an Wenige zu verteilen. Anhand des Begriffes des „Umverteilungsgewinnes“ wird untersucht, wie dies möglich ist. Dabei wird ein Gewinn dann als Umverteilungsgewinn bezeichnet, wenn kein realer Mehrwert geschaffen wird und der Gewinn des einen gleich hoch ist wie der Verlust von anderen. Generell sind Umverteilungsgewinne als schädlich für die Gesellschaft zu betrachten. Sie sind wesentlich für die zunehmende Ungleichheit in unserer Gesellschaft und die Instabilität unseres Finanzsystems verantwortlich. Die wesentlichen Mechanismen, die auf den Finanzmärkten zu Umverteilungsgewinnen führen, sind:

  • Marktmanipulation
  • asymmetrische Information
  • Komplexität der „innovativen“ Finanzprodukte
  • ein vergrößerter Graubereich zwischen legalen und illegalen Methoden
  • unterschiedliche Machtverhältnisse zwischen Real- und Finanzwirtschaft
  • Machtmissbrauch

Es ist daher eine vordringliche Aufgabe von Politik und Wissenschaft, das Bewusstsein für diese Problematik zu fördern und Wege zu finden, diese Entwicklung durch effektive, durchsetzbare und überwachbare Regulierungen einzuschränken.

Die wesentlichen Mechanismen, die im Bankensektor zu Umverteilungsgewinnen führen oder diese verstärken, sind:

  • Bilanzmanipulationen, die u.a. durch das fair-value Prinzip in den IFRSRegeln erleichtert wird
  • Steueroasen
  • Eigengeschäfte der Banken
  • Bankenrettung durch den Staat

Eine der wesentlichen Schlussfolgerungen besteht daher in der Forderung der strengen Trennung des Bankensystems in Geschäftsbanken, die keine Eigengeschäfte durchführen dürfen und Investmentbanken, denen dies erlaubt ist. Damit werden auch die dahinterliegenden Risiken getrennt und für den Anleger sichtbar gemacht. Die Finanzierung des Staates über Verschuldung mittels Staatsanleihen ist bei Weitem die teuerste Form der Staatsfinanzierung. Auch führen Staatsanleihen über die Zinszahlungen zu einem laufenden Umverteilungsgewinn, zumindest in dem Ausmaß wie die realen Zinsraten über den realen Wachstumsraten liegen.

Durch direkte staatliche Geldschöpfung könnte die Staatsverschuldung deutlich und auf ein für die Gesellschaft verträgliches Maß reduziert werden. Die notwendige Schiedsrichterfunktion über die Staatsgebarung den Finanzmärkten zu übertragen, ist nicht nur die teuerste Form sondern auch ineffizient. Daher scheint die Übertragung dieser Aufgabe an eine möglichst unabhängige, nur den staatlichen Prinzipien verpflichtete und in der Unabhängigkeit gestärkte Notenbank als 4. Gewalt im Staat nicht nur die wesentlich billigere sondern wahrscheinlich auch die bessere Methode zu sein.

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Die Wirtschaft ist für den Menschen da.

Warum er wirtschaftet, verliert der Mensch gern mal aus den Augen. Die Wachstumsgläubigkeit vernebelt leicht den Blick fürs Wesentliche. Wirtschaften wir, um die Aktienkurse hochzutreiben? Um ein Lebenswerk in Form eines Kontos voller Zahlen zu schaffen? Um das Bruttosozialprodukt zu steigern? Für Einzelne mag einer dieser Punkte der persönliche (Hinter-)Grund ihres Wirtschaftslebens sein, für die meisten Menschen ist Wirtschaft jedoch der gesellschaftliche Raum, welcher ihren Lebensunterhalt ermöglicht.

Der Zeitgeist suggeriert, alle Fragen der Grundversorgung der Bevölkerung seien längst geklärt. Der Prozess der Globalisierung setzte Prioritäten derart, dass dem Export mehr Bedeutung zugemessen wurde als der Binnenwirtschaft, dass gigantische globale Strukturen und Organisationen bedeutsamer schienen als der Mittelständler um die Ecke. Doch spätestens die Finanzkrise rückt die Konsequenzen von einseitig aufs Globale ausgerichteten Wirtschaftsstrukturen ins allgemeine Bewusstsein: Die riesigen Strukturen sind für den Einzelnen unüberschaubar und unbeeinflussbar. Und doch wirken selbst weit entfernte Ereignisse auf das lokale Geschehen zurück: Die sinkenden Immobilienpreise in den USA im Jahr 2007 waren der Auslöser der heute an vielen Orten des Planeten spürbaren Finanzkrise. Steigende Zinsen, eine restriktivere Kreditvergabe und die schlechte Stimmung von Unternehmern und Verbrauchern wirken sich bereits auf das hiesige Wirtschaftsgeschehen aus.

Den kompletten Artikel können Sie im „forum Nachhaltig Wirtschaften“ lesen…