Christian Gelleri, der Initiator der Regionalwährung „Chiemgauer“, und Börsenexperte Dirk Müller („Mr. Dax“) zu Gast in der SWR-/WDR-Sendung „Planet Wissen“.

Informationen zur Sendung, Videoclips, weiterführende Links zum Thema sowie die ganze Sendung unter www.planet-wissen.de

von Prof. Dr. Margrit Kennedy

Money makes the world go round – ein wichtiger Teil unseres Seins in der Welt wird vom Geld bestimmt. Und in diesem Teil, der auf alle Bereiche unseres Lebens einwirkt, steckt ein grundsätzlicher Fehler. Wenn dieser Fehler bleibt, wird er alle anderen Leistungen der menschlichen Kultur und des technischen und wirtschaftlichen Fortschritts zerstören.

Margrit Kennedy gehört zu den bekanntesten Verfechterinnen der Notwendigkeit eines anderen Geldsystems. In ihrem Beitrag für Connection macht sie konkrete Vorschläge zur Veränderung. Einer der Eckpunkte ihres Programms ist die Einführung von Komplementärwährungen: Wir brauchen den Euro nicht aufzugeben, wir können ihn ergänzen – wir müssen es wohl auch.

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Braucht Deutschland in der Staatsschuldenkrise einen „New Deal“ oder ein neues Finanzsystem? Und welche praktischen Maßnahmen sollten sofort ergriffen werden, um die Realwirtschaft zu schützen? Franz Galler, Roland Spinola, Norbert Rost und Heinz-Ulrich Eisner diskutierten bei TV-Orange mit Wolfgang Theophil.

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von Christoph Pfluger

Während die Menschheit jahrtausendelang mehr oder weniger nachhaltig lebte, setzte ab etwa 1750 eine verheerende Dynamik ein – mit exponentiellem Wachstum der Bevölkerung, des Verbrauchs und der Zerstörung. Was ist eigentlich mit uns geschehen?

Die Wachstumskritik ist sich einig: Weil der Mensch immer mehr will, müssen wir ständig wachsen. Das klingt plausibel, aber stimmt es auch? Der Mensch hat schon immer versucht, seine Lebensbedingungen zu verbessern, ohne damit gleich eine zerstörerische, exponentielle Dynamik loszutreten. Zwar hatten die Römer zur Beheizung ihrer luxuriösen Thermen Italien abgeholzt – aber insgesamt blieb die menschliche Zivilisation einigermassen nachhaltig. Das Auf und Ab der natürlichen Zyklen wies sie in ihre Grenzen.

Wenn die Wachstumskritik also fordert, wir müssten weniger wollen, greift sie zu kurz und vor allem macht sie keine Aussagen über die Ursache der verhängnisvollen Dynamik, die den Planeten Erde an den Rand des Abgrunds drängt. Evidentes exponentielles Wachstum hatten wir nicht schon immer, es plagt uns erst seit neuerer Zeit. Das Verheerende an dieser Form von Wachstum ist unsere Blindheit für seinen naturfremden Charakter. Exponentielles Wachstum kommt in der Biosphäre, wo alles wächst, gedeiht und wieder zerfällt, nur in kurzen Phasen vor. Aber ewiges Wachstum in einer endlichen Welt ist nicht möglich, und deshalb können wir es mit unserer an der Evolution geschulten Wahrnehmung auch nicht erkennen.

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Mehr zum Thema Wachstum in Zeitpunkt 112 – Downsizing

Von Christine Mattauch

Warum haben so viele Ökonomen in der Finanzkrise versagt? Warum haben nur so wenige vor einem Crash gewarnt? Ein Grund könnte in materiellen Eigeninteressen liegen, wie eine US-Studie offenbart.

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Konjunkturprogramme und Rettungsmaßnahmen für angeschlagene Finanzinstitute lassen die Staatsverschuldung weltweit explodieren. Von Tomasz Konicz

Wieder einmal treibt die internationalen Finanzmärkte die Angst vor dem Dollarverfall um. Diesmal sind es Spekulationen um die Bonität der Vereinigten Staaten, die den Greenback unter Druck setzen. Nachdem die Ratingagentur Standard & Poors am 21. Mai vor einer Abstufung der erstklassigen Bewertung der britischen Staatsanleihen warnte, die derzeit noch die Bestnote AAA tragen, schossen ähnliche Spekulationen bezüglich der US-amerikanischen Kreditwürdigkeit ins Kraut.

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Pressemitteilung der Stadt Fulda, Magistratspressestelle

Vortrag von Prof. Dr. Margrit Kennedy beim Fuldaer Zukunfts-Salon, 27.04.2009

Fulda (cp). Die Weltwirtschaftskrise kam für sie nicht überraschend und eine Lösung hat sie auch parat: „Stabilität durch Vielfalt“ heißt eines der Schlagworte von Prof. Dr. Margrit Kennedy. Tausch- und Regionalwährungen sollen das bestehende System ergänzen, so dass eine größere Nachhaltigkeit und Sicherheit für das wirtschaftlich-soziale Instrument Geld erreicht werde. Im Rahmen des „Fuldaer ZukunftsSalons“, der von der Stadt Fulda in Zusammenarbeit mit der Hochschule Fulda vorbereitet wurde, referierte die gelernte Architektin, Stadtplanerin und Ökonomin über das Thema „Geld regiert die Welt. Doch wer regiert das Geld? Wie Geld ohne Zinsen und Inflation als Tauschmittel uns allen dient“. Frank Tischer sorgte am Flügel für die musikalische Untermalung des Abends.

Systemfehler

Obwohl Geld die genialste Erfindung der Menschheit sei, wissen die wenigsten Menschen wie es funktioniere, leitete der Mitorganisator Dr. Peter Krahulec den Vortrag ein. Margrit Kennedy beschäftigt sich seit mittlerweile 27 Jahren mit dem Finanzsystem und steht für etwa 200 bis 300 Expertinnen und Experten in Europa, die an diesem Thema arbeiten. Sie betonte, dass die Wirtschaft momentan nicht nur in einer Krise stecke, sondern vielmehr das gesamte System fehlerhaft sei. Die 169 Währungs- und 96 Bankenkrisen, die zwischen 1970 und 1998 aufgetreten seien, zeigen sehr gut, dass das gegenwärtige System immer wieder Krisen verursache. „Solch unstabile Geldsysteme sind eine nicht zu unterschätzende Bedrohung des Friedens auf der Welt“, erläuterte Kennedy. Im Zuge dessen räumte sie mit Missver-ständnissen bezüglich der Zinsen auf. So bezahlen zum Beispiel 80 Prozent der Menschen mehr als doppelt so viel an Zinsen als sie einnehmen, während zehn Prozent von dieser sozialen Ungleichheit profitieren.

Folgen und Lösungsvorschläge

Die Folgen dieses „zerstörerischen“ Systems seien verheerend, machte die Ökonomin deutlich. So führe es unter anderem zu einer
zunehmenden gesellschaftlichen Polarisierung, einer unaufhaltsamen Geldentwertung und zu wachsender monetärer Instabilität. Als mögliche Lösungen nannte sie unter anderem Beispiele aus Schweden, Japan, Brasilien und der Schweiz, wo verschiedene Arten von Komplementärwährungen eingeführt worden sind. Trotz der unterschiedlichen Ansätze wurde bei allen auf den Zins verzichtet. Das japanische „Furei-Kippu-System“ gibt zum Beispiel Pflegetickets aus, durch die ältere Menschen mit Hilfeleistungen von jüngeren versorgt und diese dadurch wiederum „Stundengutschriften“ für den späteren Gebrauch als eine Art „Guthaben“ ansammeln können. Das „SABER-System“ in Brasilien setzt dagegen auf Bildungs-Gutscheine für Schüler, die sich damit Förderunterricht bei älteren Schülern „kaufen“ können. Für diese erhöht sich durch das Lehren nicht nur der Lerneffekt um das Vielfache, sie können die „Bildungswährung“ auch nutzen, um die Universitätsgebühren zu bezahlen. Kennedy hob hervor, dass solche Systeme nicht nur transparent und inflations-dämpfend, sondern auch gemeinschaftsfördernd seien. Denn Komplementärwährungen müssen ein Gewinn für alle, statt nur für zehn Prozent der Bevölkerung, sein. Niemand dürfe nach Ansicht der Ökonomin mehr draufzahlen.

Regionalwährungen

Das Geld müsse als Dienstleistung und nicht als Mittel der Bereicherung gesehen werden, fuhr Kennedy fort und nannte Regionalwährungen als einen weiteren vielversprechenden Lösungsansatz. Indem die Bürger einer Region in ortsansässigen Geschäften, mit der Regionalwährung zahlen, verbleiben die Überschüsse in der Region, die Transportwege werden verkürzt, neue finanzielle Liquidität wird geschaffen und die regionale Identität insgesamt gestärkt. Dadurch, dass derjenige, der dieses Geld hortet, im Laufe der Monate Geld verliert, wird das Geld schneller in Umlauf gebracht und somit die Wirtschaft der Region angekurbelt. Außerdem fließt ein gewisser Prozentsatz des Umsatzes an örtliche Vereine. Mittlerweile gibt es 50 solcher „Regionalwährungen“ bundesweit.

127/2009 pr/cp

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Edgar Most stand fünfzig Jahre im Dienst des Kapitals – als Topbankier in der DDR und nach der Wende als Chef der Deutschen Bank in Berlin. Jetzt fordert er radikales Handeln, um der Krise zu entkommen. In diesem taz Interview stellt er den Komplementärwährungen ein gutes Zeugnis aus.

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Interview mit Bernard Lietaer

Über die Ursache der derzeitigen Krise wird viel spekuliert. Bernard Lietaer hat eine überraschende Erklärung: Unser Finanzsystem ist zu effizient. Der Währungsexperte plädiert deshalb für mehr Vielfalt beim Geld.

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Ursachen der Finanz- und Wirtschaftskrise: Tumorartige Selbstvermehrung der Geldvermögen.

Von Helmut Creutz

„Spekulationen richten keinen Schaden an, wenn sie nur Blasen auf einem ruhigen Strom von Unternehmertätigkeit sind.
Die Lage ist aber ernst, wenn die Unternehmertätigkeit zur Blase auf einem Strudel von Spekulationen wird.“
John Maynard Keynes

Über die Hintergründe unserer derzeitigen Banken- und Wirtschaftskrise, als Folge der Einbrüche auf den Finanzmärkten, wird fast genau so viel spekuliert, wie vorher an den Börsen dieser Welt. Als Ursache für diesen Einbruchwerden die fragwürdigen Immobilienkredite ebenso angeführt wie die mangelnden staatlichen Regulierungen, die falsche Geld- und Zinspolitik der Notenbanken oder auch die Gier der Menschen. Die tatsächlich auslösende Ursache würde jedoch bisher so gut wei nie angesprochen: Das seit Jahrzehnten andauernde Überwachstum der Geldvermögen!

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