Die Modern Money Theory (MMT) schlägt im Kern eine exzessive und unbegrenzte Ausweitung der Staatsverschuldung vor, um in konjunkturschwachen Zeiten aus der Talsohle zu kommen. Auf diese Weise ließe sich – ganz in Keynes’scher Tradition – die Wirtschaft jederzeit wieder ankurbeln um einer drohenden Deflation und Rezession zu begegnen.

Konträr zur Haltung liberaler und konservativer Ökonomen sehen die Verfechter dieses Ansatzes keinen rationalen Grund dafür, die Staatsverschuldung zu begrenzen, und ebenso keine Notwendigkeit, Staatsschulden überhaupt jemals zurückzuzahlen. Der Staat könne sich als legitimierte Körperschaft öffentlichen Rechts unendlich für seine eigene Volkswirtschaft verschulden.  Als „letzter Arbeitgeber“ („employer of last resort“) könne er damit aktive Beschäftigungspolitik betreiben und in konkjunkturschwachen Zeiten Vollbeschäftigung erreichen – und das ohne die Geldwertstabilität zu gefährden.

Gegen die Gefahr einer Inflationierung führen die MMT-Befürworter an, dass der Staat mit seinen Ausgaben Investitionen tätige oder auslöse, die im Ergebnis zu einer nachträglichen Deckung der erhöhten Geldmenge durch das erhöhte BIP führen. Somit wäre das Gleichgewicht von Geld- und Gütermenge immer gegeben und das Preisniveau bliebe stabil. Außerdem würden ja gerade diese staatlichen Netto-Investitionen eine Wiederauslastung der Produktionsfaktoren überhaupt erst möglich machen. Nur bei einer Vollauslastung der Produktion sei Vorsicht bei weiterer Geldmengenerhöhung geboten – dann sei nur noch eine Ausweitung der Staatsverschuldung in Höhe des geschätzten Wachstumspotenzials der betroffenen Volkswirtschaft zulässig.

Da der Staat in dieser Theorie die Schulden ohnehin nicht zurückzahlen muss, ist für die MMT-Befürworter auch die damit einhergehende Zinslast kaum ein Problem – denn um die Zinsen zu bezahlen kann sich der Staat natürlich ebenso weiter verschulden. Die damit einhergehenden Umverteilungseffekte werden innerhalb der MMT nicht problematisiert.

Der wohl bekannteste Hauptverteter der Modern Monetary Theory ist Prof. Michael Hudson, der zu diesem Thema einen ausführlichen eigenen Blog betreibt.