Euro-Scheine werden zu Drachmen umgestempelt, Bürger verstecken ihr Geld unter der Matratze, schaffen es ins Ausland, kaufen massenhaft Gold: Ein griechischer Euro-Austritt wäre weit schlimmer, als uns Politiker weismachen wollen, meint Wolfgang Münchau in seiner Kolumne…

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Von Fabien Hassan

Auf lange Sicht werden politische Anstrengungen zur Reform des Finanzwesens wohl Früchte tragen und die Welt wird sich ein nachhaltiges Finanzsystem schaffen müssen. Bis dahin ist es allerdings noch ein langer Weg. Diejenigen, die es nicht abwarten können, setzen bereits heute auf eine Neuerfindung unseres Geldwesens und stellen damit unser gesamtes Finanzsystem infrage. Lokale und virtuelle Währungen haben sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Die Faszination, die von Bitcoins ausgeht, spiegelt sich auch in der Presse wider. Eine Vielzahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen widmet sich ebenfalls den neuen Währungsmodellen. Handelt es sich dabei lediglich um eine aktuelle Modeerscheinung oder könnte es eines Tages das Finanzwesen dauerhaft verändern?

FinanceWatch-Gastautor Fabien Hassan versucht, die wesentlichen Charakteristika dieser Modelle zusammenzufassen und echte von scheinbaren Neuerfindungen zu trennen.

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Christian Gelleri, der Initiator der Regionalwährung „Chiemgauer“, und Börsenexperte Dirk Müller („Mr. Dax“) zu Gast in der SWR-/WDR-Sendung „Planet Wissen“.

Informationen zur Sendung, Videoclips, weiterführende Links zum Thema sowie die ganze Sendung unter www.planet-wissen.de

Von Gernot Jochum-Müller, 21.10.2013

Je länger die Finanzkrise dauert, desto größer ist die Bereitschaft, sich mit anderen Formen von Geld zu beschäftigen. Die Sehnsucht nach stabilen Formen und Konzepten, die dem investierten Vertrauen gerecht werden, ist groß. Diese Debatten gibt es im Großen (z.B. Monetative: In mehreren Initiativen bündeln sich Kräfte, die die Geldschöpfung zurück in die Hände des Staates wünschen und nicht mehr in den Händen von Banken. In der Schweiz soll es dazu ein Referendum geben) wie auch im Kleinen. Mit Tauschkreisen , Gemeindewährungen, Regionalgeld , etc. schaffen Gemeinden, Regionen oder Initiativen eigene monetäre Instrumente. Debattiert werden diese Modelle für eine bessere Zukunft aktuell in einigen Gemeindestuben und Regierungsbüros.

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von Prof. Dr. Margrit Kennedy

Money makes the world go round – ein wichtiger Teil unseres Seins in der Welt wird vom Geld bestimmt. Und in diesem Teil, der auf alle Bereiche unseres Lebens einwirkt, steckt ein grundsätzlicher Fehler. Wenn dieser Fehler bleibt, wird er alle anderen Leistungen der menschlichen Kultur und des technischen und wirtschaftlichen Fortschritts zerstören.

Margrit Kennedy gehört zu den bekanntesten Verfechterinnen der Notwendigkeit eines anderen Geldsystems. In ihrem Beitrag für Connection macht sie konkrete Vorschläge zur Veränderung. Einer der Eckpunkte ihres Programms ist die Einführung von Komplementärwährungen: Wir brauchen den Euro nicht aufzugeben, wir können ihn ergänzen – wir müssen es wohl auch.

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Was ist Geld? Woher kommt es? Wie wirkt es? Fragen, die Anlass zu einer Quartierwerkstatt unter dem Titel «Stadtentwicklung durch starke urbane Nachbarschaften» gaben. Gearbeitet wurde an der These, dass Nachhaltigkeit ein Währungssystem benötigt, das auf die Talente der Menschen setzt.

Den Artikel können Sie hier herunterladen (PDF, 2,5 MB).

Braucht Deutschland in der Staatsschuldenkrise einen „New Deal“ oder ein neues Finanzsystem? Und welche praktischen Maßnahmen sollten sofort ergriffen werden, um die Realwirtschaft zu schützen? Franz Galler, Roland Spinola, Norbert Rost und Heinz-Ulrich Eisner diskutierten bei TV-Orange mit Wolfgang Theophil.

Artikel im Original lesen: tv-orange.de

Armutskrise, Klimakrise, Finanzmarktkrise – (k)eine Systemkrise?

Drei Entwicklungen – ein Zusammenhang? Finanzmarktkrise, Klimawandel und wachsende Armut: Die drei großen Themen unserer Zeit offenbaren bei genauerer Betrachtung einen tief liegenden, systemischen Kontext. Jetzt ist Zeit zu handeln. Ein Essay von Thomas Jorberg, Vorstandssprecher der GLS Bank.

Bankspiegel Schwerpunktthema, mit einem Beitrag von Prof. Dr. Margrit Kennedy.

Artikel im Original herunterladen (PDF Dokument, 239 kB): „Nur was dem Menschen dient ist Aufgabe der Wirtschaft“

 

Pressemitteilung der Stadt Fulda, Magistratspressestelle

Vortrag von Prof. Dr. Margrit Kennedy beim Fuldaer Zukunfts-Salon, 27.04.2009

Fulda (cp). Die Weltwirtschaftskrise kam für sie nicht überraschend und eine Lösung hat sie auch parat: „Stabilität durch Vielfalt“ heißt eines der Schlagworte von Prof. Dr. Margrit Kennedy. Tausch- und Regionalwährungen sollen das bestehende System ergänzen, so dass eine größere Nachhaltigkeit und Sicherheit für das wirtschaftlich-soziale Instrument Geld erreicht werde. Im Rahmen des „Fuldaer ZukunftsSalons“, der von der Stadt Fulda in Zusammenarbeit mit der Hochschule Fulda vorbereitet wurde, referierte die gelernte Architektin, Stadtplanerin und Ökonomin über das Thema „Geld regiert die Welt. Doch wer regiert das Geld? Wie Geld ohne Zinsen und Inflation als Tauschmittel uns allen dient“. Frank Tischer sorgte am Flügel für die musikalische Untermalung des Abends.

Systemfehler

Obwohl Geld die genialste Erfindung der Menschheit sei, wissen die wenigsten Menschen wie es funktioniere, leitete der Mitorganisator Dr. Peter Krahulec den Vortrag ein. Margrit Kennedy beschäftigt sich seit mittlerweile 27 Jahren mit dem Finanzsystem und steht für etwa 200 bis 300 Expertinnen und Experten in Europa, die an diesem Thema arbeiten. Sie betonte, dass die Wirtschaft momentan nicht nur in einer Krise stecke, sondern vielmehr das gesamte System fehlerhaft sei. Die 169 Währungs- und 96 Bankenkrisen, die zwischen 1970 und 1998 aufgetreten seien, zeigen sehr gut, dass das gegenwärtige System immer wieder Krisen verursache. „Solch unstabile Geldsysteme sind eine nicht zu unterschätzende Bedrohung des Friedens auf der Welt“, erläuterte Kennedy. Im Zuge dessen räumte sie mit Missver-ständnissen bezüglich der Zinsen auf. So bezahlen zum Beispiel 80 Prozent der Menschen mehr als doppelt so viel an Zinsen als sie einnehmen, während zehn Prozent von dieser sozialen Ungleichheit profitieren.

Folgen und Lösungsvorschläge

Die Folgen dieses „zerstörerischen“ Systems seien verheerend, machte die Ökonomin deutlich. So führe es unter anderem zu einer
zunehmenden gesellschaftlichen Polarisierung, einer unaufhaltsamen Geldentwertung und zu wachsender monetärer Instabilität. Als mögliche Lösungen nannte sie unter anderem Beispiele aus Schweden, Japan, Brasilien und der Schweiz, wo verschiedene Arten von Komplementärwährungen eingeführt worden sind. Trotz der unterschiedlichen Ansätze wurde bei allen auf den Zins verzichtet. Das japanische „Furei-Kippu-System“ gibt zum Beispiel Pflegetickets aus, durch die ältere Menschen mit Hilfeleistungen von jüngeren versorgt und diese dadurch wiederum „Stundengutschriften“ für den späteren Gebrauch als eine Art „Guthaben“ ansammeln können. Das „SABER-System“ in Brasilien setzt dagegen auf Bildungs-Gutscheine für Schüler, die sich damit Förderunterricht bei älteren Schülern „kaufen“ können. Für diese erhöht sich durch das Lehren nicht nur der Lerneffekt um das Vielfache, sie können die „Bildungswährung“ auch nutzen, um die Universitätsgebühren zu bezahlen. Kennedy hob hervor, dass solche Systeme nicht nur transparent und inflations-dämpfend, sondern auch gemeinschaftsfördernd seien. Denn Komplementärwährungen müssen ein Gewinn für alle, statt nur für zehn Prozent der Bevölkerung, sein. Niemand dürfe nach Ansicht der Ökonomin mehr draufzahlen.

Regionalwährungen

Das Geld müsse als Dienstleistung und nicht als Mittel der Bereicherung gesehen werden, fuhr Kennedy fort und nannte Regionalwährungen als einen weiteren vielversprechenden Lösungsansatz. Indem die Bürger einer Region in ortsansässigen Geschäften, mit der Regionalwährung zahlen, verbleiben die Überschüsse in der Region, die Transportwege werden verkürzt, neue finanzielle Liquidität wird geschaffen und die regionale Identität insgesamt gestärkt. Dadurch, dass derjenige, der dieses Geld hortet, im Laufe der Monate Geld verliert, wird das Geld schneller in Umlauf gebracht und somit die Wirtschaft der Region angekurbelt. Außerdem fließt ein gewisser Prozentsatz des Umsatzes an örtliche Vereine. Mittlerweile gibt es 50 solcher „Regionalwährungen“ bundesweit.

127/2009 pr/cp

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Edgar Most stand fünfzig Jahre im Dienst des Kapitals – als Topbankier in der DDR und nach der Wende als Chef der Deutschen Bank in Berlin. Jetzt fordert er radikales Handeln, um der Krise zu entkommen. In diesem taz Interview stellt er den Komplementärwährungen ein gutes Zeugnis aus.

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