Islamic Banking bezeichnet Bankgeschäfte nach islamischen, sharia-konformen Prinzipien. Zu den Besonderheiten des Koran-konformen Bankwesens gehören nicht nur das Zinsverbot, sondern auch der Verzicht auf Spekulationsgeschäfte und unethische Investitionen von Kundengeldern z.B. in Alkohol, Tabak und Pornographie.

Islamic Banking beinhaltet darum einerseits die Vergabe zinsfreier Kredite und anderseits den Vertrieb von Investment- und Finanzprodukten, die zwar eine Rendite erlauben, aber keinen risikofreien Anlagezins versprechen. Auch zeitlich gestreckte Darlehen sind unzulässig, wenn eine Bank für die Laufzeit Zinsen aufschlagen muss. Um dies zu umgehen, erwerben islamische Banken zu finanzierende Objekte wie Häuser zunächst selbst und geben sie anschließend gegen einen Gewinnaufschlag weiter.

In Großbritannien öffnete die Islamic Bank of Britain als erste Bank nach islamischen Prinzipen im September 2004 ihre Pforten (Studie von Mark Anielski, PDF). Im Jahr 2012 hat in Deutschland der erste Vermögensverwalter den Betrieb von Sharia-konformen Finanzprodukten gestartet (Bericht im Deutschlandfunk). Erst im März 2015 hat die Bafin der Kuveyt Türk Bank AG als erster Sharia-konformer Bank im Deutschen Markt eine Lizenz erteilt, wie u.a. die ZEIT berichtete.