Euro, Dollar, Pfund und Yen stehen in der Kritik: Die Währungen haben den Bezug zur Realwirtschaft verloren und nehmen keinerlei Rücksicht auf die Endlichkeit von Ressourcen und regionale Besonderheiten. Über die Kreditgeldschöpfung sind Wachstumsnotwendigkeiten und die Maximierung von Renditen vorprogrammiert. Energiewährungskonzepte versuchen dem gezielt etwas entgegen zu setzen: Wertmedien, die der Struktur erneuerbarer Energien entsprechenden, die zum Beispiel langfristig wert- und kaufkraftstabil sind, die dezentral emittiert werden und eine nachhaltige (Regional-)Entwicklung oder Investitionen in die Erneuerbaren aktiv befördern.

Die Idee einer mit Energien gedeckten Währung ist nicht neu. So waren die ersten Gelder in der Antike „solare Biomasse-Währungen“. Schekel-Münzen im alten Babylon dienten beispielsweise als „Quittung“ und Einlöseberechtigung für die in Kornspeichern eingelagerten Getreidereserven. Auch während der Währungskrisen im 20. Jahrhundert waren vereinzelt Währungen mit Bezug zu Energie in der Diskussion, bis heute jedoch noch nirgends in Form eines (gesetzlichen) Zahlungsmittels realisiert.

Angesichts zunehmender Ressourcenkonflikte, moderner energietechnischer Innovationen und wachsender Bekanntheit von Komplementärwährungen werden Energiegelder wieder vermehrt diskutiert. Jüngere Konzepte für Energiewährungen bedienen sich häufig aus bereits vorhandenen Puzzelteilen wie Crowdfunding und Bürgerbeteiligungsgesellschaften, Energiezertifikaten, Smart Metering mit intelligenten Stromzählern, digitalen Konten- und Zahlungssystemen und Blockchain-Technologie.

Weiterführende Literatur:

Tony Greenham, Josh Ryan-Collins, Ludwig Schuster: Energising Money Report. New Economics Foundation, 2013 http://www.neweconomics.org/publications/entry/energising-money