Für die Einführung des Euro gab es unterschiedliche Motive. Er wurde als Baustein einer „immer engeren Union“ der EU Mitgliedstaaten präsentiert. Darüber hinaus, obschon offiziell heruntergespielt, sollte die Europäische Währungsunion (EWU) ein zweites Weltfinanzzentrum werden, das dem ‚exorbitanten Privileg‘ des US Dollars als einziger bedeutender Weltwährung etwas entgegensetzen würde. Ein anderes Motiv, speziell im Zusammenhang der deutschen Wiedervereinigung nach 1989, bestand darin, wie zuvor schon im Fall der NATO und der Europäischen Verträge von 1957, Deutschland fest einzubinden.

Diesen Artikel als pdf-Datei herunterladen: Huber – Der Euro – sein Woher und Wohin

 

 

Von Ludwig Schuster und Margrit Kennedy.

Veröffentlicht in: Zeitschrift für Sozialökonomie Nr. 170/171, Oktober 2011

Das Projekt Europa ist bedroht. Das Dilemma der derzeitigen PIIGS–Staaten (Portugal, Irland, Italien, Griechenland, Spanien) zeigt, dass Europas Währungsunion ein struktureller Fehler zugrunde liegt. Als der Euro eingeführt wurde, warfen die Beitrittsländer wichtige wirtschaftliche Regulierungsmechanismen über Bord – und somit die Möglichkeit, die eigenen Wechselkurse anzupassen und geldpolitische Instrumente einzusetzen, um leistungsschwache Staaten jenseits finanzieller Transfers zu unterstützen.

Den Aufsatz als PDF herunterladen (678 KB).

In der gegenwärtigen Wirtschafts- und Finanzkrise werden wieder vermehrt Alternati-
ven zum bestehenden Geldsystem diskutiert. Das vorliegende Discussion Paper bietet
einen Literaturüberblick zu ausgewählten alternativen Geldkonzepten. Zum einen wer-
den Ansätze der Systemergänzung durch Komplementärwährungen identifiziert, wel-
che meist auf lokaler oder regionaler Ebene Dysfunktionalitäten des staatlichen Geldes
ausgleichen wollen. Zum anderen werden verschiedene Vorschläge zur umfassenden
Systemreform diskutiert, bei denen die Steuerung der Geldmenge entweder zentral
durch gestärkte Zentralbanken oder dezentral durch die Marktteilnehmer selbst vor-
gesehen ist. Der vorliegende Bericht zeigt, inwieweit die dargestellten Konzepte sich im
Hinblick auf die ihnen zugrunde liegende Problemanalyse, auf die Bedeutung der ver-
schiedenen Geldfunktionen, auf die Steuerungsebenen und -mechanismen sowie ihrer
grundlegenden Zielsetzungen unterscheiden.

Die Studie von Philipp Degens, 2012, als PDF-Dokument herunterladen

 

Neue Studie zu innovativen Konzepten für kommunale Währungen.
von Anna-Lisa Schmalz, München, 24.07.2013

Städte und Gemeinden sind an einer stabilen wirtschaftlichen Lage der lokalen Unternehmen interessiert. Neben dem Anliegen, die regionale Wirtschaft zu fördern, gibt es wohl in jeder Kommune soziale, kulturelle oder ökologische Ziele, die wegen fehlendem Geld im kommunalen Haushalt nicht im gewünschten Ausmaß unterstützt werden können. Eine Regionalwährung kann passend zu diesen Anliegen konzipiert werden, so dass die dafür notwendigen Haushaltsbudgets deutlich geringer ausfallen. Sie kann Kaufkraft in der Region binden und so auch kleinen und mittleren Unternehmen zusätzlichen Auftrieb geben.

Zur Autorin:

Anna-Lisa Schmalz arbeitet in München und ist Diplom-Mathematikerin und Informatikerin. Sie hat unter anderem an Software für Banken und Versicherungen mitgearbeitet. Seit 2009 widmet sie sich in Theorie und Praxis dem Thema Komplementärwährungen. Als Mitarbeiterin bei der Dachauer Regionalwährung Amper-Taler hat sie deren Anschluss an die Regios eG Rosenheim maßgeblich mit vorbereitet. 2010 schrieb sie ein Konzept für Regionale Wirtschaftsgemeinschaften, auf dessen Basis die ReWiG München eG (Januar 2011), die ReWiG Schlehdorf eG (Januar 2012) und die ReWiG Allgäu eG (Juli 2012) gegründet wurde. Seit der Gründung ist sie Vorstand der ReWiG München eG. Sie berät Initiativen bei der Einführung einer Komplementärwährung und hält Vorträge und Workshops zu verschiedenen Themen in diesem Bereich.

Die Studie als PDF-Dokument herunterladen (779 KB, Creative Commons Lizenz CC BY-SA 3.0)

Am 24. Juli 2012 hatte der Bundesverband mittelständischer Wirtschaft (BVMW) in Kooperation mit MONNETA in Berlin zu einem Workshop zum Thema Parallelwährungen eingeladen. Die Vorträge und Arbeitsergebnisse sind in diesem Sammelband veröffentlicht.

Der Tenor: Parallelwährungen könnten den Abwärtstrend umkehren. „Parallelwährungen bieten Krisenstaaten wie Griechenland die Chance, langfristig im Euro zu bleiben und gleichzeitig gezielt die heimische Wirtschaft wiederzubeleben.“ Parallelwährungen seien deshalb besser als die anderen bisher diskutieren Maßnahmen geeignet, die Integrität der Euro‐Zone zu bewahren und neue Ventile zu schaffen, durch die der Druck der wirtschaftlichen Ungleichgewichte abgebaut werden kann.

In der Abschlusserklärung fordern die Unterzeichner die Verantwortlichen auf, Alternativen zur derzeitigen Euro‐Krisenpolitik zu prüfen. Darin heißt es: „Bei einer Parallelwährung wird zusätzlich zum Euro eine weitere Währung eingeführt. Dadurch können Defizitländer wettbewerbsfähiger werden und die Europäische Währungsunion bleibt in den Grundzügen erhalten.“ Die Einrichtung einer Parallelwährung, die auch mit Artikel 128 AEUV vereinbar ist, bewerten sie als „eine ökonomisch überzeugende und politisch durchsetzbare Alternative.“ Dadurch könnten Defizitländer wettbewerbsfähiger werden und die Europäische Währungsunion bliebe in den Grundzügen erhalten, so die Unterzeichner.

Nach Ansicht von BVMW‐Präsident Ohoven sei es „notwendig zu fragen, ob es nicht bessere Ansätze als den derzeitigen Kurs gibt.“ Bisher sei noch jeder Euro‐Gipfel als final und jedes neue Rettungspaket als alternativlos verkauft worden. Die Suche nach dauerhaft wirksamen Alternativen sei hingegen zu lange vernachlässigt worden. Mit einer Parallelwährung würde die Bevölkerung neue Chancen erkennen und auch die notwendigen Strukturreformen stärker unterstützen, so Ohoven.

MONNETA hatte bereits im Vorfeld eine Übersicht aktueller Parallelwährungs-Vorschläge für die Eurozone vorgestellt und einen Aufruf gestartet. Den Vorschlag für eine Parallelwährung unterzeichneten damals 160 Fachleute.

Den Sammelband des BVMW als PDF-Dokument (1,8 MB) herunterladen

Infrage steht hin und wieder, ob unser Finanzsystem nicht einer grundsätzlichen Reform bedarf, wobei die Richtung dieser Reform umstritten, wenngleich längst nicht in einem breiten gesellschaftlichen Diskurs gemündet ist. Auch und gerade die Grenzen der fossilen Energeträger, auf denen der Industrialisierungsprozess der vergangenen 150 Jahre aufsetzt, rückt zunehmend in den Fokus. Sowohl die Instabilität des Finanzsystems wie das mögliche Erreichen eines Höhepunktes in der Energieerzeugung (Peak Energy) fordern uns auf, über grundlegende Systemänderungen nachzudenken. Die Idee, neue Währungssysteme mit Energie zu koppeln macht dabei durchaus Sinn, denn sowohl in der wirtschaftshistorischen Rückschau als auch beim genauen Blick auf diese beiden Elemente (Währungen + Energie) finden sich interessante Ähnlichkeiten und Verbindungen.

Von Norbert Rost

Diesen Artikel als pdf-Datei herunterladen: Energiewährungen – Grenzen und Wege

von Dr. Eva-Maria Hubert, in: Zeitschrift für Sozialökonomie (ZfSÖ) 172/173, Mai 2012

Was ist Geld? Wer denkt, das ist doch ganz einfach, es ist ein Zahlungsmittel, der hat Recht. Geld ist Zahlungsmittel. Zahlungsmittel zu sein, das ist seine ureigenste Aufgabe – und zwar unabhängig davon, ob es als Muschel-, Weizen-, Münz- oder Papiergeld, ob es als Zeit- oder Internetwährung auftritt. Zusätzlich kann Geld auch als Rechenmittel und Wertspeicher dienen. Doch das „Agens Geld“ ist weit mehr: Es ist eine Sozialtechnik und zwar eine, die sich über Jahrtausende hin entwickelte und immer noch weiterentwickelt.

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von Robert Mittelstaedt, Januar 2012

Eine Analyse um die Umlaufsicherung besser zu verstehen:

Die Umlaufgebühr dient dem Zweck eines stetigen Geldumlaufs und darüberhinaus ist sie die Korrektur des Wertmaßstabs, der die Inflation überflüssig macht. Für die Korrektur des Wertmaßstabs liefert die Quantitätstheorie bereits ziemlich gute Anhaltspunkte über die Höhe der Umlaufsicherung. Ein stabiler Wertmaßstab des Geldes ist die Voraussetzung für die Werterhaltung von Sparvermögen, bietet Sicherheit bei Vertragsabschlüssen, die über längere Zeit laufen und liefert überschaubare und zuverlässige Daten über wirtschaftliche Entwicklungen und damit größere Planungssicherheit.

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Von Christian Gelleri und Thomas Mayer

Die Bewältigung der Finanz-Euro-Krise ist möglich. Gelleri und Mayer haben einen umsetzbaren Lösungsvorschlag in Form von komplementären Währungen in Ergänzung zum Euro erarbeitet. Je unsicherer der Euro wird, umso wichtiger werden alternative Geldsysteme, die neben dem Euro funktionieren und die die Realwirtschaft stabilisieren.

Die Studie als PDF-Dokument (279 KB) herunterladen.

Von Helmut Creutz.

Veröffentlicht in: Zeitschrift für Sozialökonomie Nr. 164/165, April 2010

Helmut Creutz erläutert den Zusammenhang zwischen Inflation und Zinsen und die Wirkung einer Umlaufsicherung und belegt seine Thesen mit Statistiken zu Geld und Inflation.

Den Aufsatz als PDF herunterladen (340 KB).

 

Ergänzende Darstellungen: