Geld ist eine der genialsten Erfindungen der Menschheit. Doch zugleich verursacht das heutige Geldsystem schwere Probleme:

Wachstum
Das Geldsystem erfordert permanentes Wachstum, denn Kapitaleinsatz muss sich rentieren und Kredite müssen mit Zinszahlungen bedient werden. Ohne Wachstums- aussichten halten sich Kredit- und Kapitalgeber zurück, folgen Krisen und Schrumpfprozesse, versagen letztendlich Vorsorge- und Solidarsysteme. Doch Wachstum verursacht Ressourcenverbrauch und gefährdet die Umwelt und unsere Lebensgrundlagen.
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Umverteilung
Wer Kapital hat, bekommt Kapitalerträge, die als Kapitalkosten in alle betriebswirtschaftlichen Rechnungen einkalkuliert werden. Kapitalkosten stecken in allen Preisen und werden mit den Produkten mitbezahlt. Im Durchschnitt zahlt man ca. 30% Kapitalkosten mit jedem Kauf. Diese Kapitalverzinsung bewirkt eine systematische Umverteilung zugunsten der Vermögenden.
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Verschuldung
Unser Geldsystem basiert auf Schulden, denn Geld entsteht heute überwiegend durch Kreditvergabe. Können die damit einhergehenden Zinsforderungen nicht durch zusätzliches Wachstum oder Umverteilung von Vermögen beglichen werden, bleibt kein anderer Ausweg als weitere Schulden. Bei geringen Wachstumsaussichten geben Banken jedoch weniger bereitwillig Kredit. Springt in Krisen der Staat als „letzter Schuldner“ ein, kann er in eine Verschuldungsspirale geraten – zulasten seiner öffentlichen Aufgaben und auf Kosten zukünftiger Generationen.
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Krisen
Das heutige Geldsystem ist nicht stabil und fördert Wirtschafts-, Währungs- und Finanzkrisen, u.a. weil die der Kreditschöpfung zugrunde gelegten Wachstums- und Renditeerwartungen sich oft als übertrieben erweisen und ohne ausreichende Rückkopplung zur real- wirtschaftlichen Wertschöpfung sind. So entstehen Spekulationsblasen, die platzen (müssen); schwankende Vermögenswerte und Währungskurse erschüttern immer wieder ganze Volkswirtschaften.Weiterlesen

Das Geldsystem ist von Menschen gemacht. Es ist nicht alternativlos sondern kann reformiert werden. Wie – dazu gibt es viele Ideen:

Währungsvielfalt und komplementäre Geldsysteme
Währungsvielfalt macht das Geld- und Wirtschaftssystem widerstandsfähiger und schafft Wahlfreiheit. Komplementäre Währungen ergänzen das gesetzliche Zahlungsmittel, ohne es zu ersetzen. Komplementär- währungen dienen meist speziellen Zielen, wie der Förderung der regionalen Wirtschaft durch Regiogeld. Neben der Untersuchung vielfältiger Reformvorschläge setzt MONNETA mit Fachkompetenz im Bereich komplementäre Geldsysteme einen Schwerpunkt.
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Geld ohne Zinsen
Lässt sich der Zins dauerhaft unter  Null drücken oder durch andere Instrumente und Regeln ersetzen? Die Theorie des Freigelds findet inzwischen praktische Anwendung in Form von „Negativzinsen“ auf Sichteinlagen von Banken und großen Anlegern, aber auch als „Demurrage“, Geldhalte-Gebühr oder Steuer auf Bargeld. Die JAK Bank und das „Islamic Banking“ verzichten bewusst auf Zinsnahme und bieten im Gegenzug zinslose Darlehen.
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Staatliche Geldschöpfung
Viele Reformbefürworter kritisieren das machtvolle Privileg der Geschäftsbanken, Geld durch Kredit zu schöpfen. Deren leichtfertige Kreditvergabe sei Hauptursache für spekulative Exzesse und Finanzkrisen. Mit einem 100%-Reserve-System, Vollgeld oder „Positive Money“ soll der Staat die Steuerungshoheit zurück bekommen. Die „Modern Monetary Theory“ sieht vor, dass Staaten sich unbegrenzt verschulden dürfen, um sich nicht dem Diktat von Gläubigerinteressen zu unterwerfen.
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Weitere Reformansätze
Neben den monetären Reformansätzen gibt es zahlreiche weitere Vorschläge, wie sich die Nachteile unseres Wirtschafts- und Finanzsystems mildern oder beheben lassen: Ethische Banken und Geldanlagen, schärfere Banken- und Finanzmarktregulierung, Besteuerung von Vermögen und Finanztransaktionen. Viel versprechend scheinen aber auch Crowdfunding und Mikrokredite, Share Economy und Schenkökonomie – und die aufstrebende „Gemeinwohl-Ökonomie“.
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Beiträge

Ein Aufklärer mit Mut und Charakter – Zum Tod von Helmut Creutz (10.10.2017)

Helmut Creutz hat viel zur Enttabuisierung und Entzauberung unseres Geld- und Zinssystems beigetragen. Als Architekt fiel ihm in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts auf, dass die Finanzierung ökologischen Bauens regelmäßig an den damals sehr hohen Zinsen scheiterte. Gründlich und kritisch wie er war, wollte Helmut Creutz wissen, wieso die Zinsen so hoch waren und […]

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Bundestagswahl 2017:
Parteiencheck zur Finanzmarktregulierung

Das Finanzsystem soll der Wirtschaft und Gesellschaft dienen,  nicht schaden. Nach der letzten Finanzkrise haben Politiker eine weitreichende Reformierung des Finanzwesens versprochen – und doch ist das Finanzsystem zehn Jahre später fast so fragil wie zuvor. Immer noch fließt zu viel  Geld in spekulative Aktivitäten anstatt sinnvolle und nachhaltige Projekte in der Wirtschaft zu finanzieren, […]

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Veranstaltungen

19
Jan

Podiumsdiskussion: Geld, Digitalisierung und Gesellschaft

Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran und überfordert die meisten Menschen. Besonders schnell verändert sich die globalisierte Finanzwirtschaft. Können wir verhindern, dass unserer Gesellschaft die Kontrolle entgleitet? Welche Chancen entstehen neu?
Wie können Geldsysteme und Finanzwirtschaft den Menschen besser dienen?

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5
Feb

Unser Geld, unsere Banken, unser Land

Konferenz am schweizer Gottlieb Duttweiler Institut, zu Geldschöpfung in der modernen Wirtschaft

Die Schweiz ist heute die prominenteste halbdirekte Demokratie mit regelmässig stattfindenden, öffentlich initiierten und dann verbindlichen Volksabstimmungen. 2018 wird ein Referendum abgehalten, um die nationale Verfassung zu ändern, die eine Änderung des Geld-/Bankensystems in einen Chicago-Plan-Stil (Vollgeld) vorschreibt.

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25
Jun

Summer School: Alternative Economic and Monetary Systems

Is a world dominated by profit and competition a good place to be? This summer program focuses on ways to restructure economic systems to embody sustainable use of resources and a more collaborate society overall. At AEMS you learn about: The variety of alternative economic and monetary systems that are already in practice worldwide. Ecologic […]

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